Bekannte Defizite

Spezial / 27.05.2015 • 22:40 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Bildungsministerium kann mit dem ersten Durchgang der Zentralmatura zufrieden sein. Im Bundesschnitt ist die Rate der „Nicht Genügend“ gegenüber dem Vorzentralismus in etwa konstant geblieben. Bei differenzierter Betrachtung der Fünferquote zeigen sich aber die Unterschiede.

 

Vorarlberger Maturanten liegen demnach in Mathe auf dem untersten Wissensniveau, in Deutsch auf dem vorletzten Platz. Eine voreilige Schuldzuweisung wäre unseriös, wenngleich sich ein Verdacht aufdrängt: Das schlechte Abschneiden in Mathe könnte mit Vorarlbergs Schullandschaft zusammenhängen, in der es – Gott sei Dank – vergleichsweise viele BORG mit anderen als naturwissenschaftlichen Schwerpunkten gibt. Die vielen Deutsch-Fünfer erklärt das aber nicht.

 

Die Vorarlberger Wirtschaft jammert schon lange, sie bekäme immer schlechter ausgebildete Jugendliche als Lehrlinge, vor allem Grundlagenwissen fehle, sprich: Mathe und Deutsch. Diese zunehmende Not der Wirtschaft geht einher mit der steigenden Zahl an Familien, in denen beide Eltern nicht zuletzt aus ökonomischer Not arbeiten und sich nicht mehr so stark um den Nachwuchs kümmern können. Schulen und Lehrer müssen immer mehr und andere Aufgaben wahrnehmen. Die Etablierung einer gemeinsamen Ganztagsschule könnte hier helfen.

andreas.feiertag@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-722