Eine geniale Verbindung

Markt / 27.05.2015 • 18:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martin Ohneberg: Der HENN-Chef und neu gewählte IV-Präsident ist mit „Top-Connections“ erfolgreich.  Fotos: tm-hechenberger
Martin Ohneberg: Der HENN-Chef und neu gewählte IV-Präsident ist mit „Top-Connections“ erfolgreich. Fotos: tm-hechenberger

Henn sorgt mit Schnellkupplungen für beste Verbindungen: 35 Millionen Mal jährlich.

Dornbirn. (tmh) Mit einer genialen Erfindung mischt ein 50-Mann-Betrieb in Dornbirn Steinebach die weltweite Autoindustrie auf.

Es geht um die Verbindung von Luftschläuchen mit Motoren und Kühlern. Früher wurden sie mit der klassischen „Schelle“ geschraubt. Ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess.

Bei der 1990 gegründeten Firma Henn in Dornbirn wurde eine Verbindung konstruiert, die direkt mit den Schläuchen verpresst wird und an den Montageplätzen der Autoindustrie nur aufgesteckt werden muss.

1996 kam das Henn-System erstmals bei Audi zum Einsatz, 1999 folgte VW, der weitere Erfolg schien vorgezeichnet.

Das glücklose Engagement der Henn-Gruppe im Bereich Erdwämesonden brachte den Automobilzulieferer aber zunehmend unter Druck.

Im Jahr 2011 tauchte Martin Ohneberg im Steinebach auf. Der studierte Betriebswirt aus Bregenz hatte als höchst erfolgreicher Manager diverser europäischer Firmen gutes Geld verdient und war dabei, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen.

Ohneberg erkannte Potenzial

„Ich wollte schon immer einmal eine eigene Firma besitzen und suchte dafür geeignete Betriebe“, erklärt der Topmanager. Seine Analyse ergab, dass Henn speziell mit dem innovativen Kupplungssystem ein enormes Potenzial besitzt.

Ohneberg stieg als Mehrheitseigentümer ein und sorgte als operativer Geschäftsführer für neuen Wind. Nach einiger Zeit trennte sich der Unternehmer aus Leidenschafr vom damals unrentablen Produzenten von Erdwärmesonden und legte die volle Konzentration auf die Weiterentwicklung und weltweite Vermarktung der Schnellkupplung. Ohneberg lag goldrichtig. Seit 2010 katapultierte er den Umsatz von 19 auf 41 Mill. Euro im Vorjahr. Das Wachstum allein im Jahr 2014 betrug 19 Prozent und lag damit weit über dem Wachstum der Branche.

Im Vorjahr wurden bei 33 Automobilherstellern auf der ganzen Welt rund 35 Millionen Henn-Connectoren montiert. Die Firma liefert dabei nicht nur die Kupplungen allein, sondern den Schlauchherstellern auch die notwendigen Maschinen samt passender Software zum perfekten Verpressen der Verbindungen auf die Schläuche.

„Mit diesem Gesamtpaket von Hard- und Software samt perfektem Service und Top-qualität haben wir eine starke Marktposition“, zeigt sich Ohneberg selbstbewusst.

Mit Verbindungssystemen für den Wasserkreislauf in Autos, die andere Anforderungen erfüllen müssen als im Luftkreislauf, und mit einem neu entwickelten „Resonator“ zur Dämpfung von Betriebsgeräuschen aus dem Motorraum will man diese Marktposition weiter ausbauen.