Kriegsflüchtlinge
in Lech

Leserbriefe / 27.05.2015 • 18:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gerade jetzt, wo man seit Wochen der beiden großen Kriegsereignisse und deren Ende medial breit gedenkt, tut eine so wirksame Initiative, wie jene des ÖHV-Präsidenten Hoch in Lech, der temporär 20 bis 30 Flüchtlinge im Personalhaus seines Oberlecher Hotels aufnimmt, sehr wohl. Sein offener Brief trifft genau die Situation und beschämt die langsam oder gar nicht agierenden politischen Entscheider in Vorarlberg und Österreich. Und dass auch die Nobelgemeinde Lech hinter dem sozialen Projekt steht, ergänzt diese tolle Initiative. Die Bürgermeister des Landes sollten sich daran ein Beispiel nehmen und fernab von Wiederwahlkalkül (die GR-Wahlen sind ja erledigt) ähnliche Initiativen schnell und wirksam setzen. „Bin dafür, nur nicht bei uns im Ort“, ist eine traurige Blockade­floskel, die man nicht mehr hören kann (siehe auch Bad Gastein). Die meisten Bürger des Landes, die ein großes Mitgefühl für traumatisierte Kriegsflüchtlinge haben, und ich verstehen nicht, warum man z. B. die Bregenzer „Geister­kasernenklötze“, in der gerade noch der Kommandostab, ein paar Milizio­näre sitzen und die Militär­musik probt, mit seiner vorhandenen Infrastruktur nicht für Flüchtlinge öffnet. Militär, Krieg und Flüchtlinge sind ja ohnehin eine Leidensgemeinschaft! Aber auch die katholische Kirche sollte ihre vielen freistehenden Einrichtungen und Pfarrhäuser endlich aufmachen und den Asylwerbern vorübergehend anbieten. Wo bleibt hier die so oft gepredigte Solidarität mit den Armen? Eine Schande für ein so reiches Land wie Vorarlberg!

Franz Wölfler,
Mozartstrasse 11, Dornbirn