Notstand am Lehrstellenmarkt und Ausschaltung der kalten Progression

Vorarlberg / 27.05.2015 • 21:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Arbeiterkammer Vorarlberg traf sich am Mittwoch zur 174. Vollversammlung.

feldkirch. (VN-sis) Die aktuelle Lehrlingssituation war eines der zentralen Themen auf der 174. Vollversammlung der Arbeiterkammer Vorarlberg. Dass diese alles andere als erfreulich ist, verdeutlichte auch der Vortrag des früheren Regierungsbeauftragten für duale Ausbildung, Egon Blum. Die Lehre habe in Österreich ein Imageproblem und werde unzureichend gefördert. Lehrlingsschwund und in weiterer Folge ein Mangel an Fachkräften seien die Konsequenz. AK-Präsident Hubert Hämmerle betonte, es brauche ein echtes Bekenntnis aus der Politik und eine Anerkennung der Lehre. In einem gemeinsam Antrag wurde unter anderem die Einführung eines dreiteiligen „Blum-Bonus-Neu“, bestehend aus Qualitäts-, Zusätzlichkeits- und Treuebonus, sowie die Abschaffung der erleichterten Lehrlingskündigung.

Kalte Progression

Ein weiterer Antrag betraf die kalte Progression, „welche die Entlastungswirkungen von Steuersenkungen in wenigen Jahren verpuffen lässt“. Durch die Indexierung von Tarifzonen sowie Steuerabzugsbeträgen könne diese jedoch ausgeschaltet werden, so die Forderung in Richtung Finanzministerium. Innerhalb der EU sowie der Schweiz und Norwegen werde dieses Modell bereits erfolgreich von acht Staaten praktiziert.

Neue Liegenschaft in Dornbirn

Einstimmige Annahme fanden auf der gestrigen Versammlung auch die Pläne zur Generalsanierung einer neu erworbenen Liegenschaft der AK nahe des Dornbiner Bahnhofs für rund vier Millionen Euro. „Eine kurze Bauzeit ist anvisiert“, erklärte Johannes Kaufmann, der die Pläne präsentierte. Im Sommer oder Herbst 2016 sollen die Arbeiten an dem aus dem Jahr 1958 stammenden Gebäude abgeschlossen werden.

Anerkennung der Lehre und echtes Bekenntnis aus der Politik.

Hubert Hämmerle