Polizei befreit Elfjährige aus Zwangsehe

Welt / 27.05.2015 • 22:58 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Madrid. Die Polizei in Spanien hat ein elfjähriges Mädchen befreit, das von seinen Eltern für eine Zwangsehe verkauft und seitdem schwer misshandelt wurde. Bei Einsätzen in Valladolid und in Sevilla seien fünf Verdächtige festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ihnen werden Menschenhandel, Misshandlung, Diebstahl, sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt und Ausbeutung vorgeworfen.

Mädchen wurde verkauft

Demnach leitete die Polizei die Ermittlungen ein, als sie vom Verkauf eines Kindes für 17.000 Euro für eine Heirat in Rumänien im Mai 2014 erfahren habe. Der Polizeimitteilung zufolge verkauften die in Sevilla lebenden Eltern ihre Tochter an die Familie eines 19-jährigen Heiratswilligen in Valladolid. Gleich nach der Ankunft dort sei das Mädchen misshandelt worden. „Sie beschimpften sie, bedrohten sie, griffen
sie permanent an, zwangen sie zu sexuellen Handlungen“ mit dem Bräutigam. Auch hätten sie das Kind zu landwirtschaftlicher Arbeit gezwungen. Das Mädchen habe intensive Arbeitstage gehabt und keinen Lohn erhalten.

Medienberichten zufolge handelte es sich bei den Festgenommenen um den Bräutigam und dessen Eltern sowie die Eltern des Mädchens. Demnach stammen beide Familien aus Rumänien.