Rote Teufel haben die Nacht zum Tag gemacht

Sport / 27.05.2015 • 19:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Jungteufel Luca Raschle (l.)und Lukas Herburger. Foto: privat
Die Jungteufel Luca Raschle (l.)und Lukas Herburger. Foto: privat

Die Harder Handballer nehmen nach fünftem Titelgewinn Champions League ins Visier.

Hard. „Ich kann ehrlich gesagt nicht mehr genau sagen, wann ich nach Hause gegangen bin. Auf jeden Fall war es schon sehr hell“ – Markus Burger hat seinen vierten Titelgewinn in der Handball-Liga Austria als Cheftrainer des Alpla HC Hard bei der Meisterparty in der Teufelsarena der Sporthalle am See in Hard in vollen Zügen genossen. Neben der insgesamt zehnten HLA-Goldmedaille – sechs Mal wurde er zuvor als Kotrainer von Bregenz Meister – durfte sich der 50-Jährige zudem über die erfolgreichste Ligasaison in der Vereinsgeschichte freuen. Der 24:20-Erfolg im zweiten Finalduell in Bregenz war zugleich der 27. doppelte Punktegewinn der Roten Teufel in dieser Saison. Zusammen mit dem Remis wurden in Summe 55 von 66 möglichen Punkten bei 33 Ligaspielen geholt und damit die bisherige Bestmarke aus der letzten Saison um einen Punkt übertroffen.

Makellose Finalserie

Besonders in der K.-o.-Runde sind die Harder in beindruckender Manier in Richtung fünfter Titel marschiert. Nach Rang eins im Grunddurchgang bzw. nach der Meisterrunde rauschte der Titelverteidiger in der Ausscheidungsphase zunächst über Leoben und anschließend über den Vizemeister mit jeweils zwei Siegen in der kürzestmöglichen Zeit ins Finale. Dort bekam dann auch der langjährige Ligaprimus und Rekord-Champion Bregenz (neun Titel) die Dominanz der Roten Teufel am eigenen Leib zu spüren. Sowohl beim 30:26 in Hard als auch beim 24:20 konnte die Equipe aus der Landeshauptstadt nur phasenweise dem alten und neuen Meister Paroli bieten. Hard konnte in den wenig kritischen Momenten in der Finalserie immer wieder um die entscheidenden Nuancen zulegen und triumphierte verdient. „Wir haben diesen Titel geplant, wir haben diesen Titel gewollt und wir haben diesen Titel auch verdient geholt“ frohlockte Roli Schlinger nach Spielende. Nach sechs HLA-Titeln in Bregenz durfte Schlinger in seiner ersten Saison als Roter Teufel als Kapitän den Meisterpokal in Empfang nehmen und eröffnete den Party-Marathon mit den Worten: „Wir sind die beste Mannschaft in dieser Saison gewesen und jetzt werden wir zeigen, dass wir auch die Nummer eins beim Feiern sind.“

Auch Michael Knauth, der mit seinem zehnten HLA-Titel mit Andi Varga in der ewigen Bestenliste gleichgezogen hat, fand schwer Worte für den Erfolgsrun: „Zu Beginn der K.o.-Phase hat unser Trainer gemeint, dass wir die Sache mit sechs Siegen hinter uns bringen werden. Zuerst habe ich nicht richtig daran geglaubt. Doch ich habe mich gerne eines besseren belehren lassen und jetzt wird gefeiert, bis sich die Balken biegen“, so der 33-jährige Flügelspieler.

Knauth ist so wie Golub Doknic, Marko Krsmansic, Marko Tanaskovic und Frederic Wüstner bzw. den Eigenbauspielern Michael und Philipp Jochum, Luca Raschle, Boris Zivkovic, Rene Rigas, Lukas Herburger und Thomas Weber einer von zwölf Akteuren, die bei allen Triumphen in den letzten vier Saisonen dabei waren.

Bis Sonntag werden wir zeigen, dass wir auch im Feiern die Nummer eins im Ländle sind.

Roland Schlinger
Goalie Golub Doknic stellte in der Finalserie seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis und war ein wichtiger Baustein beim vierten Titelgewinn in Serie der Roten Teufel.Foto: gepa
Goalie Golub Doknic stellte in der Finalserie seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis und war ein wichtiger Baustein beim vierten Titelgewinn in Serie der Roten Teufel.
Foto: gepa
Die obligate Bierdusche für Meistercoach Markus Burger.  vn/DS
Die obligate Bierdusche für Meistercoach Markus Burger. vn/DS
Martin Hausleitner (ÖHB) und Alexander Knauth (VHV) bei der Übergabe des Meisterpokals an Kapitän Roli Schlinger. Foto: gepa
Martin Hausleitner (ÖHB) und Alexander Knauth (VHV) bei der Übergabe des Meisterpokals an Kapitän Roli Schlinger. Foto: gepa
Meister-Coach Markus Burger (r.) mit seiner Crew (v. l.): Mario Krevatin, Michael Fink, Thomas Huemer und Stefan Watzl. Aus dem Betreuerstab fehlen Stefan Jäger, Martin Maier und Beri Novacic.
Meister-Coach Markus Burger (r.) mit seiner Crew (v. l.): Mario Krevatin, Michael Fink, Thomas Huemer und Stefan Watzl. Aus dem Betreuerstab fehlen Stefan Jäger, Martin Maier und Beri Novacic.
Nach der Siegerehrung ging dann in der Kabine so richtig die Post ab. Fotos: privat
Nach der Siegerehrung ging dann in der Kabine so richtig die Post ab. Fotos: privat
Michael Knauth ist mit zehn HLA-Titeln der höchstdekorierte aktive Handballer in Vorarlberg.
Michael Knauth ist mit zehn HLA-Titeln der höchstdekorierte aktive Handballer in Vorarlberg.