Rüfikopf-Pläne auf Eis gelegt

Vorarlberg / 27.05.2015 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Betreiber schubladisieren vorübergehend Großvorhaben Rüfikopf wegen zu hoher Kosten.

Lech. Eigentlich hätte die Rüfikopf Seilbahn AG als Betreiber des Millionenvorhabens mit der Modernisierung und dem Neubau der Bergstation samt Restaurant und sogenanntem „Skywalk“ heuer starten wollen. Wie die VN bereits mehrfach berichtet haben, soll die 1958 eröffnete Bahn gerade durch diese Aussichtsplattform zum regelrechten Publikumsmagneten am Arlberg werden. Weil Naturschutzvertreter aber gegen diese Einrichtung schwere Bedenken erhoben hatten, wurde den Betreibern u. a. die Verwendung von „Vogelschutzglas“ behördlich vorgeschrieben.

Betreibervertreter winken ab

Nach einer Überarbeitung der Pläne und der Vorschreibung weiterer Auflagen gilt das Vorhaben als behördlich genehmigt, wäre baureif und hätte über zwei Sommersaisonen in die Tat umgesetzt werden sollen. Vertreter der Betreiber wie die Rüfikopf-Vorstände Michael Manhart (73) und Christoph Pefferkorn (33) winken allerdings ab und legen die Pläne vorübergehend auf Eis. Das ursprünglich geplante Projekt wäre finanzierbar gewesen, erklärt Manhart im Gespräch mit den VN.

Kosten für Bau explodierten

„Nach einer Überarbeitung des Projekts durch Land und Gemeinde sind die Investitionskosten dramatisch in die Höhe geschnellt, und zwar auf rund 19 Millionen Euro. Eine Investition in dieser Größenordnung können wir aus den Einnahmen nicht bedienen und uns betriebswirschaftlich ganz einfach nicht leisten“, betont Manhart. Aus diesem Grund sei man derzeit damit beschäftigt, die Pläne abermals zu überarbeiten und im Hinblick auf mögliche Kostenreduktionen unter die Lupe zu nehmen. In der Folge müsse das Gesamtprojekt abermals einer Prüfung durch Behörden und Ministerium unterzogen werden. Er wage aus heutiger Sicht jedenfalls nicht vorauszusagen, wann mit der Umsetzung des Großprojektes begonnen werden könne.

Baustellenversorgung klären

Darüber hinaus, so Manhart, sei die Frage der Versorgung der künftigen Baustelle im hochalpinen Gelände noch völlig offen und harre einer Klärung. Entweder müsse die Baustelle über eine spezielle Materialseilbahn, die sich kostenintensiv zu Buche schlagen würde, oder eben über eine Zufahrtstraße erfolgen. Dazu müsste ein bereits bestehender Weg auf rund 2300 Meter über dem Meeresspiegel ausgebaut werden: „Diese Frage gilt es mit der Gemeinde Lech zu klären.“

Naturschutz bleibt bei Kritik

Nach wie vor überaus kritisch wird das Vorhaben auf dem Rüfikopf von Naturschutzanwältin Katharina Lins beäugt. Sie kann sich eine Zustimmung jedenfalls nur schwer vorstellen.

Kosten von 19 Millionen Euro können wir uns nicht leisten. Es dürfen maximal 13 Millionen Euro sein.

Michael Manhart

Zahlen zum Projekt

Betreiber: Rüfikopf Seilbahn AG

Baustart: derzeit offen

Bauzeit: zwei Sommersaisonen

Geplante Investition: 13 Mill. Euro

Restaurant: 120 Sitzplätze