Abschaffung
des Bargelds

Leserbriefe / 28.05.2015 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das Problem hinsichtlich der Abschaffung des Bargelds liegt meines Erachtens darin, dass Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel darstellt. Dies heißt, dass dem Bargeld gegenüber eine Annahmepflicht besteht. Bargeld muss als Zahlungs- oder Tauschmittel angenommen werden. Hingegen bei Geld, welches auf den Sparkonten der Banken liegt, gibt es diese Annahmepflicht nicht. Dieses Geld ist nur ein Guthaben bzw. ein Versprechen auf gesetzliches Zahlungsmittel. Allerdings akzeptieren wir dieses Girogeld als Zahlungsmittel, und so lange es akzeptiert wird, ist es auch kein Problem. Sobald aber das Girogeld aufgrund von Bankenkrisen unsicher wird, suchen die Menschen Sicherheit in Bargeld. Wenn viele Leute gleichzeitig Girogeld in Bargeld beheben, führt dies zu einem Bankenrun, und wenn dies geschieht, ist die Bank innerhalb kurzer Zeit pleite.

Eine Bank muss nämlich, wenn sie Bargeld will, dies gegen Sicherheiten bei der Zentralbank kaufen. Wenn viele Leute gleichzeitig Bargeld wollen, reicht die Aktivseite der Bank nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen. Ebenso ist Bargeld teurer als selbst erzeugtes Geld auf den Girokonten einer Bank. Das Ergebnis ist, dass die Abschaffung von Bargeld aus Sicht der Banken eine Sicherheitsvorkehrung gegen Bankenruns und Sparmaßnahmen darstellt.

otmar baur,
schweizer str. 63a, rankweil