Allianz gegen IS-Miliz steckt in veritabler Krise

Politik / 28.05.2015 • 22:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem US-Flugzeugträger George W. Bush vor Iraks Küste im Persischen Golf werden Vorbereitungen für eine Luftoperation gegen den IS getroffen. AP
Auf dem US-Flugzeugträger George W. Bush vor Iraks Küste im Persischen Golf werden Vorbereitungen für eine Luftoperation gegen den IS getroffen. AP

Streit zwischen USA, Irak und Syrien. Die IS-Terrormiliz ist weiter auf dem Vormarsch.

bagdad. (VN) Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stellt sich mit einer Welle von Selbstmordattentaten gegen die Offensive der irakischen Armee im Westen des Landes. Mehrere IS-Kämpfer sprengten sich nahe der Stadt Falludscha in die Luft und rissen Dutzende Soldaten mit in den Tod, wie Militärsprecher Saad Maan Ibrahim am Donnerstag sagte.

Die irakische Armee hatte kurz zuvor eine Militäroperation gestartet, um die Provinz Anbar westlich von Bagdad vom IS zurückzuerobern. Die Stadt Falludscha und weitere Landstriche beherrschen die sunnitischen Extremisten bereits seit Anfang 2014. Vor zwei Wochen brachten sie dann auch die Provinzhauptstadt Ramadi ganz unter ihre Kontrolle – ein empfindlicher Rückschlag für den Irak und das internationale Bündnis im Kampf gegen den IS.

Nun läuft auch die Gegenoffensive mit Schwierigkeiten an. Ibrahim sagte, die Selbstmordattentäter hätten am Fluss Euphrat zugeschlagen, wo sich Armeeeinheiten für die Operation in Anbar sammelten.

Streit zwischen USA und Irak

Der Fall von Ramadi hatte Streit zwischen dem Irak und den USA ausgelöst, weil US-Verteidigungsminister Ash Carter bei den irakischen Truppen Kampfeswillen vermisste. Für die Gegenoffensive verstärkte sich die Armee mit schiitischen Milizen und sunnitischen Kämpfern. Und US-Luftwaffensprecher Andrew Caulk versicherte, die USA würden „den von der Regierung kontrollierten irakischen Kräften“ weiter Luftunterstützung geben.

Fast gleichzeitig mit Ramadi im Irak war dem IS in Syrien auch die Einnahme der antiken Stadt Palmyra gelungen – ein Zeichen, dass die Extremisten stark genug sind, in beiden Ländern gleichzeitig zu agieren. Der syrische Außenminister Wallid al-Moallem in Damaskus kritisierte in dem Zusammenhang, die USA hätten nichts gegen die Eroberung des UNESCO-Weltkulturerbes Palmyra unternommen – die Unterstützung des Anti-IS-Bündnisses habe sich in Luft aufgelöst. Syrien und der Irak schlügen dieselbe Schlacht gegen den IS, doch leider habe die Zusammenarbeit beider Armeen noch nicht das gewünschte Maß erreicht.

Die Situation der beiden Nachbarstaaten ist kompliziert: Der Irak ist offiziell mit den USA verbündet und wird mit Waffen und Ausbildern unterstützt.

In Ungnade gefallen

Die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad ist dagegen wegen des Bürgerkriegs in den USA in Ungnade gefallen. Washington fordert den Rückzug Assads. Gleichzeitig bekämpfen die USA mit Luftschlägen dessen Gegner IS.