Ayman darf bleiben, Khaled nicht

Vorarlberg / 28.05.2015 • 19:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Alberschwender Initiative
Die Alberschwender Initiative „Wir sind Asyl“ unterstützt Khaled (auf Azads Schulter).  

Syrischer Flüchtling ­erhält Asylstatus. ­Einem anderen droht die Abschiebung.

alberschwende. (VN-hrj) Ayman strahlt. Dem 30-jährigen Medizinlaboranten aus Syrien, der in Alberschwende untergebracht ist, wurde der Asylstatus zuerkannt. Er muss nun keine Angst mehr haben, abgeschoben zu werden.

Weiterhin Gefahr durch Abschiebung droht dem ebenfalls in Alberschwende lebenden 18-jährigen Syrer Khaled. Seinetwegen war am 25. April im Rahmen eines Abschiebeversuchs der enorme Polizeieinsatz organisiert worden. Khaled soll nach Ungarn gebracht werden, wo Flüchtlingen Misshandlung und Haft drohen. Denn laut dem Dublin-Abkommen können Flüchtlinge in jenes europäische Land zurückgeschickt werden, in dem die erste Registrierung erfolgt ist.

Zwischenzeitlich gelang auch Khaleds Bruder Ahmad die Flucht aus dem Kriegsland Syrien. Der 14-Jährige hat es geschafft, bis Traiskirchen zu kommen. Doch wegen der weiterhin geplanten Abschiebung Khaleds können sich die Brüder derzeit nicht sehen.

Für „Wir sind Asyl“ wäre es indes naheliegend, das Brüderpaar zusammenzuführen und in einer Familie unterzubringen. Die Alberschwender Initiative zur Unterstützung der Flüchtlinge weist auf das Jugendwohlfahrtsgesetz hin, in dem festgehalten ist, dass das Kindeswohl immer an erster Stelle steht. Und genau das geht übrigens auch aus dem Text der Dublin-Verordnung hervor – und zwar ausdrücklich.

Gehandelt hat nun der Pfarrer von Alberschwende, Peter Mathei. Er hat jene Flüchtlinge, denen die Abschiebung droht, in seiner Pfarre aufgenommen und gewährt ihnen das sogenannte Kirchenasyl.