Bald 90 Flüchtlinge in der Messehalle drei

Vorarlberg / 28.05.2015 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
90 Asylwerber sollen ab Montag hier leben.  Foto: VN/Steurer  
90 Asylwerber sollen ab Montag hier leben. Foto: VN/Steurer  

Rotes Kreuz bringt 90 Flüchtlinge vorübergehend in der Messehalle unter. Schwärzler verspricht Quartiere.

Dornbirn, Bregenz. (VN-mip) Die verzweifelte Suche nach Quartieren, in denen Kriegsflüchtlinge Platz finden, hat erneut das Rote Kreuz auf den Plan gerufen. Schon im Jänner half man dem Land kurzfristig, die Asylquote zu erfüllen. Nun wird die Rettungsorganisation ein neues Flüchtlingsquartier aufbauen. Standort: die Messehalle drei in Dornbirn. Wo sonst Handball gespielt wird, werden ab Montag 90 Asylwerber Platz finden, in der Hoffnung, bald in kleineren Quartieren unterzukommen. Während Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) von höchstens drei Wochen spricht, will sich Rotkreuz-Geschäftsführer Roland Gozzi nicht festlegen: „Eine Frist gibt es nicht.“ Es ist nicht die einzige Maßnahme, die bei der Asylsitzung am Mittwochabend zwischen Land, Gemeindeverband, Rotem Kreuz und Caritas beschlossen wurde.

Aufbau am Samstag

Noch am Donnerstag gab Schwärzler dem Bund Bescheid, er könne 100 Flüchtlinge nach Vorarlberg schicken. 90 davon werden am Montag anreisen und in der Messehalle unterkommen. „Selbstverständlich mietfrei“, freut sich Roland Gozzi über das Entgegenkommen der Messe. Auch Schwärzler betont: „Geschäftsführer Daniel Mutschlechner hat sofort Ja gesagt.“ Am Samstag wird das Quartier aufgebaut. Das Rote Kreuz wird viele kleinere Schlafbereiche einrichten, dazu einen Essensausgabebereich, einen Essensbereich und einen Aufenthaltsbereich. Die Flüchtlinge werden rund um die Uhr betreut. Stadt Dornbirn und die Dornbirner Messe leisten Unterstützung, die Leitung übernimmt das Rote Kreuz aus Hard. Für Gozzi steht fest: „Das ist kein Quartier auf Dauer. Idealerweise kommen die Menschen in Kleinquartieren unter.“ Einige der Flüchtlinge werden Mitte Juni nach Lech übersiedeln, die VN berichteten bereits.

Insgesamt hofft Erich Schwärzler, im Juni für 150 Asylwerber Platz zu finden. Für 120 Personen sind Quartiere in Aussicht, neben Lech auch ein größeres im Unterland. Zudem rechnet er damit, dass mindestens 30 anerkannte Flüchtlinge eine eigene Wohnung finden und so für Asylwerber Platz schaffen.

Zelte bleiben erhalten

Dass Flüchtlingsunterkünfte, die nur vorübergehend geplant sind, durchaus länger bestehen können, beweisen die Zeltstädte in Salzburg und Oberösterreich. Wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Donnerstag beim Asylgipfel bekannt gab, ist ein Abbau nicht in Sicht. Täglich kämen mehr Menschen nach Österreich, als in neue Quartiere aufgenommen werden können. Im Durchschnitt flüchten laut Innenministerium täglich 250 Menschen nach Österreich. Aktuell rechnet Mikl-Leitner bis Ende Mai mit rund 20.000 Asylanträgen. Vor einem Jahr wurde diese Zahl erst im Oktober erreicht. In Vorarlberg sind Zelte weiter kein Thema.