Empfehlung zur gemeinsamen Schule

Leserbriefe / 28.05.2015 • 19:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlberg hat landesweit eine gemeinsame Schule bis zur achten Schulstufe beschlossen. Die Basis dazu liefert ein wissenschaftlich professionell durchgeführtes Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse nicht mehr wegzudiskutieren sind, auch wenn sie dem Bauchgefühl bestimmter Lehrergruppen widersprechen. Die aus den Studien resultierende Empfehlung nennt aber auch klar die Vor­aussetzungen, die für ein gutes Gelingen notwendig sind. Dazu gehört vorrangig die Weiterbildung aller Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 zur individuellen Unterstützung und Förderung aller Schüler. Der Ausbau der Schulautonomie,­ Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung sind weitere unabdingbare Standbeine der neuen Schule. Weitere Eckpunkte sind die Bereitstellung von Ressourcen für förderorientiertes Unterrichten und Unterrichtseinheiten, aber auch die unterstützende Vernetzung mit Sozialarbeitern, Beratungslehrern und Psychologen.

Durch den Ausbau ganztägiger Schulformen wird nicht nur die Gestaltungsautonomie der Standorte gefördert, sondern es wird auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus intensiviert und neu geregelt. Viele dieser Voraussetzungen werden bereits in den neuen Mittelschulen umgesetzt, deren Erkenntnisse fließen in die Empfehlung zur gemeinsamen Schule ein.

Wenn alle Schulen die Möglichkeit bekommen, innerhalb eines geplanten Zeitraumes mit entsprechender Unterstützung ihre Weiterentwicklung voranzutreiben, können wir optimistisch auf eine chancengerechtere und effizientere Schule zusteuern. Angst vor Veränderung heißt Stagnation, das kann und darf nicht die Motivation für eine zukunftsfähige Schule sein!

Gudrun Brunner, Direktorin; Sabine Nußbaumer-Mitsche, Stellvertreterin, VMS Höchst, Franz-Reiter-Straße 19