Familienwohl ist auch von der Schule abhängig

Vorarlberg / 28.05.2015 • 21:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

ARGE Gemeinsame Schule fordert nach der Ankündigung des Landes nun Taten. 

dornbirn. (VN-mm) Vor acht Jahren wurde die „ARGE Gemeinsame Schule Vorarlberg“ gegründet. Heute wähnt sich die auf 25 Initiativen angewachsene Vereinigung in ihrer Forderung nach Einführung eben dieses Schultyps auf der Zielgeraden. Die Absichtserklärung des Landes, die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen einzurichten, bezeichnete ARGE-Sprecher Peter Fischer als „Höhepunkt im gemeinsamen Bemühen um ein gerechteres Schulsystem“. Nun gehe es darum, den Ankündigungen Taten folgen zu lassen.

Andrea Wiedemann, Obfrau des Landeselternverbandes, spricht aus, was alle eint: „Eltern wollen ihre Kinder glücklich sehen, auch in der Schule.“ Die frühe Differenzierung erzeuge jedoch enormen Druck. Außerdem seien Volksschulnoten keine Grundlage für die Aufnahme ins Gymnasium. „Die hängt meist von anderen Kriterien ab, und das ist ungerecht“, sagte Wiedemann. Sie hält Gymnasien für ausgezeichnete Schulen für jene Kinder, die es dorthin geschafft haben. Doch das gelinge nicht vielen, weil es an Plätzen fehle.

Kindgerechte Lösungen

Die mangelnde Chancengerechtigkeit des derzeitigen Schulsystems verdeutlicht Andreas Prenn, Obmann des Familienverbandes, mit Zahlen. Demnach gehen in Vorarlberg 20 bis 25 Prozent der Kinder nach der Volksschule ins Gymnasium. „In Wien sind es 75 Prozent“, legt er nach. Es darf laut Prenn aber nicht sein, dass jetzt acht bis zehn Jahre an einer neuen Schule gebaut wird, ohne die momentanen Herausforderungen anzugehen. Die würden ganz eindeutig in der Schaffung von kindgerechten Lösungen für den Übertritt von der Volksschule in eine weiterführende Schule liegen. „Denn wie es unseren Kindern in der Schule geht, spielt auch im Alltag der Familie eine enorme Rolle“, stellte Andreas Prenn klar.

Ernst Schwald, einer der Motoren der ARGE, zitierte aus Studien, wonach die Freude der Kinder am Lernen in der Volksschule groß ist, im Gymnasium aber sehr schnell verloren geht. Der Grund: In der Volksschule sind Kinder noch Kinder, im Gymnasium steht die Fachleistung im Mittelpunkt. Für Schwald ist es ein Segen, wenn die Umstellung auf die gemeinsame Schule und damit verbunden eine schülerfreundlichere Pädagogik kommt. „Das tut allen gut“, verwies er auch auf die hohe Rate von Burn-out-gefährdeten Lehrerinnen und Lehrern.

Infos für Eltern

Während sich die Befürworter der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen über die Vorteile schon einig sind, ortet Andrea Wiedemann bei Eltern noch ein großes Informationsdefizit. Deshalb wurde für Dienstag, 23. Juni, in der Arbeiterkammer in Feldkirch ein Vortrag mit den Autoren der Studie organisiert.

Eltern wollen Kinder auch in der Schule glücklich sehen.

Andrea Wiedemann

Anmeldungen sind ab sofort möglich: E-Mail: office@levv.at und Telefon: 05572/206767.