Lumper bestätigt: ÖFB für Prinz Ali

Spezial / 28.05.2015 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Horst Lumper sieht eine Chance gegen Blatter. Foto: Hartinger
Horst Lumper sieht eine Chance gegen Blatter. Foto: Hartinger

VFV-Chef nach Korruptionsvorwürfen nicht mehr von Wiederwahl Blatters überzeugt.

Zürich. Zusammen mit ÖFB-Präsident Leo Windtner und Geschäftsführer Alfred Ludwig erlebte Vorarlbergs Fußball-Präsident Dr. Horst Lumper den ereignisreichen Tag in Zürich vor Ort. Das Trio vertrat den Österreichischen Fußballbund (ÖFB) bei der Sitzung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und bestätigte danach gegenüber den VN: „Der ÖFB wird für Prinz Ali bin al-Hussein stimmen.“ Zwar kenne er den Jordanier nicht, aber: „Es ist an der Zeit, dass Blatter geht.“

Bereits im Vorfeld des Kongresses hatte der ÖFB per einstimmigem Präsidiumsbeschluss festgelegt, nicht für den noch amtierenden FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter zu stimmen. Damit schloss man sich nun der Mehrheit der UEFA-Mitglieder an. Denn Einigkeit besteht auch unter Europas Verbänden, 53 an der Zahl, nicht. Einige sind sogar pro Blatter, weshalb Lumper zumindest auf 46 Stimmen hofft. Damit aber dürfte Blatter bei der Wahl die Mehrheit von mindestens 105 Stimmen sicher sein.

ÖFB-interne Probleme

Im Vorfeld der Reise der ÖFB-Abordnung hatte es noch Unruhe in den eigenen Reihen gegeben. Wurde doch eine 100.000-Dollar-Spende der FIFA für „Hope for Future“, ein Sozialprojekt in Kenia, bei dem die Frau von Präsident Windtner als Schirmherrin fungiert, öffentlich. Für Lumper ist aber mehr die „zufällige Veröffentlichung“ der Spende im Vorfeld des FIFA-Kongresses zu hinterfragen, auch an der Tatsache, dass Interna weitergegeben werden, stößt sich der Bregenzer. Das Projekt selbst sei eine tolle Sache und: „Wenn man weiß, wie sich Leo Windtner bezüglich des ÖFB verhalten hat, verstehe ich nicht, warum es einen bitteren Beigeschmack gibt.“ Doch nun wird nach dem Maulwurf im ÖFB gefahndet.

Geschäft mit Fußball

Im Fußballgeschäft tätig ist die in Liechtenstein ansässige Sportmanagement- und Sportmarketingfirma „sporteo“. Verständlich, dass CIO Hanno Egger die Geschehnisse rund um den FIFA-Skandal und die Festnahme von Funktionären in Zürich in diesen Tagen sehr genau beobachtet. Den Druck der Sponsoren auf den Weltverband, für mehr Transparenz zu sorgen, kann er nachvollziehen. Egger kann sich im VN-Gespräch durchaus vorstellen, dass der Korruptionsskandal auf internationaler Bühne Auswirkungen auf Sponsorenverträge hat. Einen Schaden für nationale Verbände sieht er im Moment nicht. „Für Vereine kann ich mir keine gravierenden Konsequenzen vorstellen, auch insgesamt sehe ich den Fußball nicht in Gefahr.“