Machtkampf um FIFA-Thron: Platini droht nun Blatter

VN Titelblatt / 28.05.2015 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gab sich in seiner knapp gehaltenen Kongress-Eröffnungsrede überaus kämpferisch. Foto: Reuters
FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gab sich in seiner knapp gehaltenen Kongress-Eröffnungsrede überaus kämpferisch. Foto: Reuters

Kein Boykott bei Wahlkongress, FIFA-Präsident wird heute gewählt.

Zürich. Kein Blatter-Boykott, kein Blatter-Rücktritt: Blatter-Wiederwahl! Die Europäische Fußball-Union UEFA verzichtet trotz der skandalösen Vorgänge im Weltverband FIFA auf starke Signale gegen Präsident Joseph S. Blatter (79), der sich auf Teufel komm raus an der Macht festhält. Die Wahl des Schweizers im Zeichen der tiefsten Krise der 111-jährigen FIFA-Geschichte heute ist so gut wie beschlossen.

„Genug ist genug: Wir wollen diesen FIFA-Präsidenten nicht mehr haben“, sagte UEFA-Chef Michel Platini, der Blatter zuvor zur Abdankung aufgefordert hatte und für den Fall von dessen Wiederwahl einen Austritt aus der FIFA nicht gänzlich ausschließen wollte. Doch nicht einmal ein geschlossenes Votum der 53 stimmberechtigten UEFA-Verbände für den einzigen Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin Al-Hussein (Jordanien/39) ist sicher. Denn Blatter hat eben auch in Europa Freunde, zum Teil sehr mächtige. „Das ist ganz klar ein Versuch, die Wiederwahl von Joseph Blatter als FIFA-Präsident zu verhindern“, sagte Russlands Machthaber Wladimir Putin über die weltweit beachteten Ermittlungen der US-Behörden. /A2, 3