Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Mehr als nur ein Spiel

Spezial / 28.05.2015 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Blatter muss weg! Das ist die Botschaft der UEFA, des Europäischen Fußballverbandes. Stimmt nicht ganz, denn selbst Europas Fußball ist sich nicht einig und wie es scheint, einem wie Blatter, selbst Europäer, nicht gewachsen. Was im Vorfeld als Palastrevolution angekündigt wurde, entpuppte sich am „Tag der Wahrheit“ als heiße Luft.

Fußball, das wird in den Tagen von Zürich deutlich, ist weit mehr als das Spiel auf dem Platz, Fußball ist ein Synonym für Macht geworden. Und mit Blatter steht ein Machtmensch par excellence an der Spitze eines Verbandes, der seine eigenen Regeln mehr achtet als das Gesetz. Der Mann aus dem Wallis hat zwei Gesichter, das zeigte sich zum Auftakt des Kongresses. Blatter zeigt Verständnis, bezeichnet den Skandal als „Schande und Beschämung“, doch wehe, er ist unbeobachtet.

Offene Kämpfe meidet er als Machtmensch tunlichst, vielmehr geht er mit Hinterlist auf sein Ziel zu. Und er wird alles tun, um sein Ziel zu erreichen, ungeachtet jeglicher sachlicher Argumente. Insbesondere dann, wenn dadurch seine Machtstellung in Gefahr ist.

Drohgebärden werden deshalb an Blatter abprallen. In den Tagen von Zürich aber geht es längst nicht mehr um die Person Blatter allein, es geht um die Zukunft des Sports. Gefordert ist nun die Justiz. Fußball darf nicht mehr das Spiel der alten FIFA-Männer bleiben.

christian.adam@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-211