Melzer verpasst Duell mit Nadal

Sport / 28.05.2015 • 22:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Paris-Favoritin Serena Williams wurde von der Deutschen Anna-Lena Friedsam fast zwei Stunden lang geärgert. Foto: Gepa
Paris-Favoritin Serena Williams wurde von der Deutschen Anna-Lena Friedsam fast zwei Stunden lang geärgert. Foto: Gepa

Routinier kratzte in Paris am fünften Satz, schied aber gegen Kusnezow aus.

PAris. Es wurde nichts aus der erhofften großen Bühne für Jürgen Melzer in Runde drei der French Open gegen Rafael Nadal. Der 34-Jährige kämpfte wie ein Löwe, unterlag aber dem zehn Jahre jüngeren Russen Andrej Kusnezow nach 2:48 Stunden mit 1:6, 7:5, 6:7(0), 5:7. „Das war im Endeffekt ein bisschen unglücklich. Es tut halt weh, weil ich nicht schlecht spiele wieder. Aber da war nicht viel Sandplatz-Tennis, weil der hat ‚draufgerohrt‘, als würde es kein Morgen geben“, sagte Melzer nach dem Aus bei seinen 13. French Open. „Jetzt bin ich schon ziemlich enttäuscht. Klar hätte ich gerne gegen Nadal gespielt, aber ich hätte vor allem gerne heute gewonnen.“

Es reicht nicht für Satz fünf

Das Match hatte so gar nicht nach Wunsch des Weltranglisten-110. begonnen. „Shotmaker“ Kusnezow begann enorm stark und hatte nach nur 19 Minuten den ersten Satz mit 6:1 in der Tasche und führte auch rasch 5:3. „Der hat mich eineinhalb Sätze lang vom Platz geschossen“, gestand Melzer, der möglicherweise das letzte Mal im Einzelbewerb dieses zweiten Grand-Slam-Turniers gespielt hat. „Dann bin ich besser reingekommen und hab ihn auch laufen lassen“, begründete Melzer die Aufholjagd bei 3:5 im zweiten Satz. Nach gesamt 64 Minuten stellte er auf 7:5.

Auch ein 0:2 im dritten Satz egalisierte Melzer und wehrte in der Folge bei 4:5 nicht weniger als vier Satzbälle des Russen ab. Er rettete sich ins Tiebreak, in dem Kusnezow aber einen perfekten Lauf zeigte und abgesehen von einem Doppelfehler Melzers sechs Winner schoss. „Hut ab vor diesem Tiebreak“, konstatierte auch Melzer.

Dabei hatte es der Routinier durchaus in der Hand, zumindest noch den fünften Durchgang zu erreichen: 5:3 führte er nach einem Break im achten Game des vierten Satzes und bei 5:4 hatte er auch einen Satzball. „Den habe ich gehabt, aber da war er am Drücker“, blickte Melzer zurück. Dem in vielen Phasen groß aufspielenden Kusnezow (51 Winner) gelang das Rebreak und später das entscheidende Break zum 6:5. Doppelt bitter für Melzer, denn er hätte die Punkte für die dritte Runde auch im Kampf um eine Rückkehr in die Top 100 brauchen können. Durchaus möglich ist zudem, dass er bei seinem 52. Major-Turnier in Wimbledon in die Qualifikation muss.

Schrecksekunde für Djokovic

Novak Djokovic gewann gegen Gilles Muller aus Luxemburg mit 6:1, 6:4, 6:4, musste dabei aber eine Schrecksekunde überstehen. Im zweiten Satz klagte die Nummer eins der Welt über Leistenprobleme und wurde minutenlang behandelt. Der 28-Jährige konnte die Partie aber zu Ende spielen. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft Djokovic jetzt auf den Australier Thanasi Kokkinakis. Ohne Probleme zog Rafael Nadal in die dritte Runde ein. Der neunmalige Paris-Champion bezwang Nicolas Almagro klar mit 6:4, 6:3, 6:1.

Serena Williams schrie ihren Frust in den bewölkten Himmel über dem Pariser Westen. Der US-Superstar spielte schlecht, und auf der anderen Seite des Netzes stand ein Nobody, den sie noch nie zuvor gesehen hatte, der aber partout nicht zurückweichen wollte. Anna-Lena Friedsam, die Nummer 105 der Weltrangliste, verlor das Match ihres Lebens in beinahe zwei Stunden nur knapp mit 7:5, 3:6, 3:6 gegen die 19-malige Grand-Slam-Siegerin.

Der hat mich eineinhalb Sätze lang vom Platz geschossen.

Jürgen Melzer