Steuerbegünstigte Geldmaschine oder Jodelklub

Spezial / 28.05.2015 • 22:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Trotz Milliardenumsatz genießt der Sportriese Fußball-Weltverband in der Schweiz den Status eines Vereins.

Zürich. Das Geschäft mit dem Fußball ist längst zur vergoldeten Geldmaschine geworden. Das meiste Geld verdient die FIFA mit den Weltmeisterschaften. Bei der ersten WM 1930 in Uruguay betrug der Gewinn lediglich 500 Franken (derzeit 483 Euro). Auf insgesamt 3,5 Milliarden Franken werden die Gesamteinnahmen allein im Zusammenhang mit der WM in Brasilien 2014 geschätzt.

Ganz oben steht der Handel mit den TV-Rechten. Hunderte von Millionen Dollar kommen auch durch Marketing-Rechte zusammen. Unzählige Unternehmen stehen Schlange, um bei WM-Spielen ihre Werbung zeigen zu können. Enorme Bedeutung hat das Sponsoring, darunter durch Sportartikel-Hersteller, Getränke- und Autokonzerne. Nach dem Geschäftsmodell der FIFA tragen die jeweiligen WM-Gastgeberländer alle Kosten. Und wer sie ausrichten will, muss der FIFA für ihre Geschäfte rings um die WM Steuerfreiheit garantieren. Auch im Land des Hauptsitzes genießt die FIFA eine Sonderbehandlung, weil die Schweiz ihre Organisationsform als gemeinnütziger Verein anerkennt. Damit ist sie nicht völlig steuerbefreit. Als Verein zahlt die FIFA Gewinnsteuern in Höhe von vier Prozent, während der Fiskus bei Wirtschaftsunternehmen acht Prozent abzweigt.

Unumstritten ist diese Behandlung nicht. 2011 wurde im Schweizer Parlament eine entsprechende Petition behandelt, die mehr als 10.000 Menschen unterschrieben hatten. „Es gibt doch keinen Grund, der FIFA den gleichen rechtlichen Status zu gewähren, wie einem Jodlerklub im Berner Oberland“, sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Cédric Wermuth. Der Antrag wurde mit 116 zu 67 Stimmen abgelehnt.

Damit steht die FIFA nicht allein da. Mehr als 60 internationale Sportorganisationen haben sich in der Schweiz niedergelassen, vom Internationalen Olympischen Comitee (IOC) bis zu etlichen kleineren Verbänden.