Betrunken den Gegenverkehr in Angst und Schrecken versetzt

Vorarlberg / 29.05.2015 • 22:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erst der alarmierten Polizei gelang es, die Amokfahrt der alkoholisierten Lenkerin zu stoppen.  Symbolfoto: VN/Bernd Hofmeister
Erst der alarmierten Polizei gelang es, die Amokfahrt der alkoholisierten Lenkerin zu stoppen. Symbolfoto: VN/Bernd Hofmeister

43-Jährige fuhr Schlangenlinien und knöpfte einem fremden Lenker den Schlüssel ab.

Feldkirch. (ec) Selten stehen Frauen als Alkohollenkerinnen vor Gericht. Am Freitag musste sich jedoch eine 43-jährige Montafonerin wegen ihrer waghalsigen Aktionen im Dezember vergangenen Jahres vor Gericht verantworten. Die Dame war zunächst auf einer Geburtstagsfeier, dann wollte sie ihre Arbeit um kurz vor 18 Uhr antreten.

Es war dunkel, es lag Schnee, sie hatte immerhin 1,62 Promille im Blut und war viel zu schnell unterwegs. Auf ihrer Fahrt im Montafon spürte die Festbesucherin dann offenbar den Alkohol, denn immer wieder geriet sie auf die Gegenfahrbahn und fuhr Schlangenlinie. Der Gegenverkehr musste immer wieder in die Wiese und auf das Straßenbankett ausweichen.

Beherzter Autofahrer

Als die Dame ihre Spuren zog, wurde sie von einem anderen Lenker beobachtet. „Bevor sie mir aufgefallen ist, hatte sie mit ihrem Wagen bereits eine Verkehrsinsel gestreift und noch einen weiteren Schaden angerichtet“, erzählt dieser Zeuge. Jedenfalls verfolgte der Mann die Betrunkene, um wenigstens den Gegenverkehr mit Aufblinken und Hupen zu warnen. Schließlich blieb die Frau stehen und der beherzte Autofahrer versuchte sie von ihrer halsbrecherischen Weiterfahrt abzuhalten.

Doch das wusste die Dame offenbar gar nicht zu schätzen. Sie bog dem 57-Jährigen die Finger so heftig um, dass er heute noch Schmerzen hat. Sie luchste ihm seine Schlüssel ab und fuhr mit dem fremden Wagen weiter. Ein anderer Zeuge rief die Polizei, welche die Lenkerin dann mit einer Straßensperre stoppte. „Bei solchen Fällen muss man einfach froh sein, wenn nicht mehr passiert“, bittet die Verteidigung um ein mildes Urteil. Die 1000 Euro Schmerzengeld für die umgebogenen Finger werden ohne Diskussion anerkannt. Richter Gabriel Rüdisser spricht wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Nötigung, unbefugtem Gebrauch von Fahrzeugen und Körperverletzung eine unbedingte Geldstrafe von 800 Euro aus.

„Sie waren alkoholisiert, zu schnell, bei Dunkelheit und Schneefahrbahn unterwegs“, macht Rüdisser nochmals deutlich, welches Glück alle hatten, dass auf der doch beträchtlichen Fahrtstrecke niemandem etwas passiert ist.

Die Verurteilte nimmt das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gibt vorerst keine Erklärung ab. Der Frau wurde der Führerschein entzogen und seitens der Bezirkshauptmannschaft wurden vermutlich weitere empfindliche Sanktionen verhängt.