Im Mösle gibt es Rekord-Alarm

Sport / 29.05.2015 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gut geknetet ist halb gewonnen: Ashton Eaton lässt sich von seinem Masseur die Muskeln lockern, daneben Ehefrau Brianne Theisen-Eaton. Foto: Steurer
Gut geknetet ist halb gewonnen: Ashton Eaton lässt sich von seinem Masseur die Muskeln lockern, daneben Ehefrau Brianne Theisen-Eaton. Foto: Steurer

Beim Hypomeeting in Götzis ist der Weltrekord im Zehnkampf das große Thema.

Götzis. Die wichtigste Nachricht bei der Athletenpräsentation am Tag vor dem Hypomeeting kam von Brianne Theisen-Eaton. „Hallo, ich bin aufgeregt und freue mich, wieder hier zu sein“, stellte sich die Siegerin von 2013 vor. „Und ich habe meinen Mann mitgebracht. Es wird aufregend, mit ihm den Wettkampf zu machen.“ Ehegatte Ashton schmunzelte vier Sessel weiter. Der Weltrekordler ist die große Attraktion der Ausgabe Nummer 41 in Götzis. Dem US-Modellathleten und seiner Gattin werden nachgesagt, top in Form zu sein. Vom Weltrekord redet er nicht, Eaton sagt es aber durch die Blume: „Ich versuche immer, eine persönliche Bestmarke anzupeilen.“ Damit müsste er den eigenen Weltrekord mit 9039 Punkten übertreffen.

„Über den Weltrekord redet man nicht groß, der passiert“, lächelt sein Trainer Harry Marra. Der gibt zu, dass die Pause vom Mehrkampf gut getan habe: „Ashton hat im letzten Jahr nicht nur sportlich zugelegt, er ist auch menschlich noch reifer geworden.“ Gibt es erstmals beim Götzner Meeting ein Ehepaar auf dem Siegpodest? „Kann durchaus sein. Das wäre großartig“, hält Marra auch von Theisen-Eaton große Stücke. „Brianne erinnert mich sehr an Bruce Jenner: sie ist nirgends herausragend, aber es gibt auch keine Schwächen bei ihr.“

Bestmarken wackeln

Auch wenn es im Zehnkampf am Ende für keine Weltbestleistung reichen sollte: das Starterfeld bietet in fast jeder Disziplin Möglichkeiten für neue Bestleistungen. Über 100 Meter wird Eaton (10,21 Sekunden) von Damian Warner (10,43) eingeheizt, der Stadionrekord von Bryan Clay mit 10,35 ist in Gefahr. Ebenso Roman Sebrles 8,11 Meter im Weitsprung, Eaton (8,23) ist auch hier der Favorit. Und dann stehen im fünften Bewerb des Zehnkampfs über 400 m die 46,53 Sekunden von Erki Nool aus dem Jahre 1997 auf dem Prüfstand: Eaton wird zugetraut, diese Zeit zu verbessern. Tag zwei startet mit dem Hürden-Angriff von Eaton und Warner auf die 13,55 von Frank Busemann. Spannung verspricht der Stabhochsprung: Eelco Sintnicolaas (5,40), Eaton (5,30) und Ilya Shkurenev (5,20) legen sich die Latte sehr hoch. Und über 1500 Meter ist wieder Eaton der Vorläufer. Sollte es da um die Wurst, sprich den Weltrekord gehen, sind die 4:12,65 Minuten des Schweizers Jan Trefnys akut in Gefahr.

Eine längere Reise an die Spitze

Der Siebenkampf wartet seit Carolina Klüft (7032) im Jahre 2007 auf eine 7000er-Leistung, auch der Stadionrekord (6985 Punkte, 1992) von Sabine Braun dürfte nicht zu knacken sein. Aber im Duell um den Sieg werden mit Jessica Ennis und Theisen-Eaton zwei ehemalige Gewinnerinen favorisiert. „Es wird eine längere Reise, um nach meiner Babypause wieder an die Spitze zu kommen“, meint Ennis. Mit Europameisterin Antoinette Nana-Djimou, Sprint-Europameisterin Dafne Schippers, Nadine Broersen und Nafissatou Thiam lauert dahinter ein starkes Quartett. Schon über die Hürden werden von den Topdamen die Duftmarken gesetzt, im Hochsprung könnte das Mösle erstmals die zwei Meter sehen. Thiam (1,97) und Morgan Lake (1,94) haben dementsprechende Ambitionen. Über 200 m muss Schippers ihre eigenen 22,35 unterbieten, im Speer könnte Nana-Djimou dem Stadionrekord von Margaret Simpson (55,90) nahe kommen.

Die Titelverteidiger Katarina Johnson-Thompson und Trey Hardee fehlen wegen Verletzungen, dafür machen die besten Talente ihre Aufwartung: Morgan Lake und Jiri Sykora sind die regierenden Junioren-Weltmeister.

Ich bin endlich an jenem Ort, an dem erstmals die 9000 Punkte erreicht wurden.

Ashton Eaton
Die Siebenkampfstars sind vor dem Hypomeeting guter Laune: Jessica Ennis (l.) und Dafne Schippers. Foto: Steurer
Die Siebenkampfstars sind vor dem Hypomeeting guter Laune: Jessica Ennis (l.) und Dafne Schippers. Foto: Steurer