„kunterbunt“ droht das Aus

Vorarlberg / 29.05.2015 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eltern-Kind-Zentrum „kunterbunt“ Höchst kämpft ums Weiterbestehen.
Eltern-Kind-Zentrum „kunterbunt“ Höchst kämpft ums Weiterbestehen.

Höchster Kleinkindbetreuung wegen zu geringer Auslastung auf der Streichliste.

Höchst. (VN-pes) Im vergangenen Sommer feierte das Eltern-Kind-Zentrum „kunterbunt“ ein Sommerfest zum 20-Jahr-Jubiläum. Nun droht der Kinderbetreuungseinrichtung allerdings das Aus. Denn wegen Mangels an Nachwuchs und zu vieler Betreuungsangebote in Höchst ist die Spielgruppe nicht ausgelastet. Sechs Arbeitsplätze wären betroffen. Besorgte Eltern wandten sich jetzt an das Vorarlberger Bürgerforum, wie sie ihr „kunterbunt“ behalten können.

Dass das Eltern-Kind-Zentrum vor der Schließung steht, bestätigte die Spielgruppenleiterin Karin Festini auf Nachfrage. „Die Eltern sind sehr aufgebracht“, klagt sie. Aber auch um ihre eigene Zukunft sowie die ihrer Mitarbeiter macht sie sich Sorgen, denn Festini, drei weitere Betreuerinnen, die Leiterin des Zentrums sowie eine Reinigungskraft wären dann ohne Job. In der Tat sind die Anmeldungen rückläufig, nur zwölf sind es bisher für das kommende Schuljahr. „Als ich 2011 angefangen habe, waren es noch 32“, sagt Karin Festini. Seit damals hat das „kunterbunt“ jedoch auch Konkurrenz bekommen. Neben dem recht neuen Kindercampus bietet auch die Gruppe „s’Höckle“ Kleinkindbetreuung an.

Konkurrenz im Ort

Der Ball liegt nun bei der Gemeinde, die die Gruppe zu 40 Prozent finanziert, der Rest kommt vom Land. Bürgermeister Herbert Sparr gibt zu, dass es eine gewisse Konkurrenz in Höchst gibt. Die Geburtenzahlen seien jedoch auch rückläufig. Ob „kunterbunt“ weiter gefördert werden kann, hänge von den Anmeldezahlen ab. „Wir können und wollen den Eltern nicht vorschreiben, wo sie ihre Kinder anmelden“, erklärt der Gemeindechef. „Wir müssen als Gemeinde auch wirtschaftlich denken.“

Eine mögliche Lösung des Problems wäre, auch Kinder aus den Nachbargemeinden zuzulassen. „Wir haben Anfragen zum Teil bis aus Bregenz“, sagt Karin Festini. Das wäre aber nur möglich, wenn die Gemeinden auch einen Anteil an der Förderung leisten, wozu es bisher keine Vereinbarungen gibt. Ob man in der Gemeindestube Interesse daran hat, ist fraglich: „Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, ein überregionales Betreuungsangebot zu schaffen“, bekräftigt der Bürgermeister.

Dabei ist es bereits das zweite Jahr, in dem die Einrichtung „kunterbunt“ in Frage gestellt wird. Vergangenes Jahr haben Festini und ihre Kolleginnen die Kurve noch gekriegt. Damals kamen während des Schuljahres noch Nachmeldungen.

Ob ,kunterbunt‘ weiter gefördert wird, hängt von den Anmeldezahlen ab.

Bürgermeister Herbert Sparr