Märtyrer der
Gerechtigkeit

Leserbriefe / 29.05.2015 • 21:00 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Als sich die lateinamerikanischen Kirchen auf die Seite der Armen und gesellschaftlich Benachteiligten stellten und deren Unterdrückung zu bekämpfen begannen, wurden sie selbst auch verfolgt und an vielen Orten wurden Landlose, Landarbeiter, Basisgemeindemitglieder, Priester und Bischöfe eingesperrt, gefoltert und umgebracht. Die Ortskirchen feierten diese Menschen als Märtyrer der Gerechtigkeit und litten darunter, dass Rom nur eine Art von Märtyrern, nämlich die Märtyrer des Glaubens anerkannte. Erst jetzt, im Zusammenhang mit dem ersten lateinamerikanischen Papst und der Seligsprechung von Erzbischof Romero, hat der Vatikan eine wichtige Korrektur seiner bisherigen Haltung vollzogen. Auch Menschen, die um der Gerechtigkeit willen oder wegen ihrer Solidarität mit den Ausgegrenzten getötet wurden, starben einen Märtyrertod.

helmut rohner,
pfr. i. r., bahnhofstrasse 18/10,
dornbirn