Merkels Leidenschaft in ironischer Sichtweise

Kultur / 29.05.2015 • 18:27 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
   
   

Erzählung. (salg) „Ich würde gern mehr von den Filmen sehen, die ich in meiner Jugend verpasst habe. Eigentlich alle.“
Das vertraut Angela Merkel einem ehemaligen Mitschüler an. Der hat sich aus der „Bezirkslichtspielstelle Oranienburg“ diverses Inventar und ein Regal voller Filmbüchsen geholt.
Thomas Knauf, 1951 in Halle geboren, Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur, erzählt augenzwinkernd von

der neu erwachten Begeisterung der Kanzlerin, und davon, wie es ihr gelingt, diese geheim zu halten. Sie steht weiterhin dazu, als ein Journalist das Geheimnis schließlich lüftet, als sich persönliche, politische und diplomatische Verwicklungen ergeben.
Knauf gelingt es, stilistisch und sprachlich den feinen Spott nie in höhnischen Sarkasmus kippen zu lassen. Wie es sich überhaupt bei dem Werk weder um Politsatire noch um Politikerschelte handelt, sondern um ein amüsantes Plädoyer für die Bedeutung des unterschätzten Genre Film.

Thomas Knauf: „Die Nächte der Kanzlerin“, Divan Verlag, 160 Seiten