Perspektiven eröffnen

Gesund / 29.05.2015 • 10:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gemeinsam mit Betroffenen bemühen sich die Suchtfachleute der Caritas um gute Lösungen.  Foto: Caritas  
Gemeinsam mit Betroffenen bemühen sich die Suchtfachleute der Caritas um gute Lösungen. Foto: Caritas  

Die Suchtarbeit der Caritas verzeichnet ständig steigende Klientenzahlen.

Feldkirch. Eine suchtfreie Gesellschaft ist Illusion und wird es wohl nie geben. Die Suchtarbeit der Caritas ist daher bestrebt, Betroffenen andere Perspektiven zu eröffnen und so eine nachhaltige Veränderung zu erwirken. Das belegen auch die Zahlen aus dem aktuellen Jahresbericht. Die Suchtfachstellen in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz und Egg verzeichneten steigende Klientenzahlen. „Neben der hohen Fachlichkeit der Mitarbeiter liegt uns der Aspekt der Menschlichkeit sehr am Herzen. Wir nehmen den Menschen in seiner Individualität und Würde wahr“, erläutert Stellenleiterin Monika Chromy. Wichtig sei auch, die Angebote möglichst niederschwellig zu halten.

Zusammenarbeit

In den Suchtfachstellen der Caritas erarbeiten Teams aus Sozialarbeitern, Psychologen und Therapeuten Lösungsansätze gemeinsam mit den betroffenen Menschen und begleiten ebenso Angehörige. In der Suchtfachstelle Feldkirch wurde das Angebot auch auf Konsumenten illegaler Substanzen und Menschen mit Essstörungen ausgeweitet. 1260 Klienten nahmen diese Angebote im vergangenen Jahr in Anspruch, das bedeutet einen Anstieg von rund einem Viertel in den vergangenen sieben Jahren. Weitere 1851 Personen wurden mit den 19 Gruppenangeboten im ganzen Land erreicht. Ein Themenschwerpunkt in den vergangenen Jahren lag in der Unterstützung von Familiensystemen.

Signifikante Steigerungen waren in den vergangenen Jahren auch in der Kontakt- und Anlaufstelle Caritas Café spürbar. 2011 wurden das H.I.O.B.-Café und die Teestube zusammengelegt und neu strukturiert. 774 Besucher mit über 24.000 Klientenkontakten wurden 2014 registriert. „Diese Entwicklung zeigt, dass das Angebot den Bedürfnissen der Besucher entspricht und daher angenommen wird“, sagt Stellenleiter Peter Wieser.

Beschäftigung und Wohnen

Neben gesundheitsfördernden Maßnahmen im Caritas Café (beispielsweise Spritzenausgabe zur HIV- und Hepatitis-Prophylaxe) und dem Streetwork-Angebot haben sich auch die verschiedenen Beschäftigungsprojekte bewährt, die Menschen mit Suchterkrankungen eine Tagesstruktur und ein Arbeitstraining bieten. In einer Wohngemeinschaft können suchtkranke Menschen nach einer abgeschlossenen Therapie wieder Fuß fassen. Zwölf Männer und vier Frauen fanden dort Wohnraum und Stabilität. Die Suchtarbeit der Caritas ist schließlich auch stark in der Prävention tätig: sei es durch das Krankenhaus-Projekt, bei dem Jugendliche nach einer Einlieferung ins Spital auf Grund einer Alkoholvergiftung aufgesucht werden, Coachings in Betrieben oder durch Vorträge sowie Workshops zu den verschiedenen Suchtproblematiken.

Zahlen 2014

» Klienten gesamt: 1337

» Besucher Caritas Café: 774

» Beschäftige im Koch- und Waldprojekt: 60

» Spritzentausch im Caritas Café: 101.421 Stück

Hilfe und Information: www.caritas-vorarlberg.at