Pfarrer Mathei hofft auf Asyl

Vorarlberg / 29.05.2015 • 19:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Alberschwender Pfarrer bietet fünf Asylwerbern Unterkunft. Städte bieten Böden für Holzbauten an.

Schwarzach. (VN-mip) Alberschwende ist schon längst zum Synonym für alle Aspekte der Flüchtlingsproblematik geworden. Kriegsflüchtlinge, die von engagierten Menschen untergebracht werden, eine Bürgermeisterin, die sich schützend vor die Asylwerber stellt. Jetzt hat sich auch der Pfarrer eingemischt: Peter Mathei bietet fünf von der Abschiebung bedrohten Syrern Platz in Räumen der Kirche. Diese haben schmerzhafte Erfahrung mit dem umstrittenen Dublin-Abkommen gemacht. Das besagt nämlich, dass Flüchtlinge in jenes EU-Land zurückgeschoben werden, in dem sie die EU-Außengrenze überquerten. Im Fall der fünf Männer wäre das Ungarn – ein Land, das nicht gerade für den humanen Umgang mit Asylwerbern bekannt ist. Mathei hofft, dass die Behörden kirchliche Räume akzeptieren und die fünf Flüchtlinge hier bleiben dürfen: „Ungarn ist im Vergleich zu unserem Asylwesen eine Wüste.“ Er habe die Menschen ordnungsgemäß gemeldet, sie sind dadurch jederzeit erreichbar.

Bescheidenheit

Die fünf Männer, die nun in Kirchenräume gezogen sind, sind keine Glaubensbrüder Matheis. Für den Pfarrer macht das keinen Unterschied: „Sie entsprechen nicht dem Klischee eines streng gläubigen Moslems, das viele vor Augen haben. Sie haben sogar schon einen Gottesdienst besucht.“ Seine Aktion habe eine Welle an positiven Reaktionen ausgelöst: „Aber eigentlich bin nicht ich der große Mentor der Aktion. Es sind andere und sehr viele“, gibt er sich bescheiden.

Ebenfalls bescheiden gestaltet sich das Kontingent von Flüchtlingen in manchen Gemeinden. In Lustenau geht laut Bürgermeister Kurt Fischer die Anzahl „gegen null. Zur Zeit können wir wenig herzeigen.“ Für den Landtagsabgeordneten Daniel Zadra von den Grünen, selber aus Lustenau, Grund zur Kritik: „Alle müssen Verantwortung übernehmen. Hier hat beispielsweise Lustenau noch dringenden Nachholbedarf.“ Die Gemeinde habe gerade ein strategisches Grundstück erworben, auf dem ein Haus stehe. „Die Caritas prüft, ob das Gebäude infrage kommt“, erklärt Fischer.

In Dornbirn werden ab Montag 90 Asylwerber in der Messehalle drei einquartiert (die VN berichteten), für Bürgermeisterin Andrea Kaufmann eine Ehrensache: „Wir bemühen uns momentan auf mehreren Ebenen.“ Mit dem Flüchtlingsheim im Oberdorf habe es sehr positive Erfahrungen gegeben. Zudem stellt Dornbirn Grundstücke für die von der Caritas geplanten Holzbauten zur Verfügung. Auch in Hohenems habe es diesbezüglich bereits Gespräche mit der Caritas gegeben, erklärt Bürgermeister Richard Amann (ÖVP). „Wir wollen helfen“, zeigt sich der Emser Orts-Chef hilfsbereit. In Bludenz sind über 100 Flüchtlinge meist in kleineren Quartieren untergebracht.

Ich bin nicht der große Mentor der Aktion. Das sind andere.

Pfarrer Peter Mathei