Steuersystem ­vereinfachen

Leserbriefe / 29.05.2015 • 21:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den VN vom 9. 5. 2015 äußert sich Herr Hubert Rhomberg dahingehend, dass das Steuersystem vereinfacht werden müsse. Dem ist vollinhaltlich zuzustimmen.Viele Finanzminister haben es versprochen, keiner hat es gehalten, im Gegenteil. Herr Rhomberg meint dann auch, dass sich die Berufsgruppe der Steuerberater darüber „freue“, weil sie dadurch eine hohe Auftragslage habe.

Herr Rhomberg, den ich als Unternehmer sehr schätze, hat mit dieser Äußerung ziemlich danebengegriffen.

Wir behaupten ja auch nicht, dass sich die Baumeister über komplizierte Bauvorschriften freuen, damit sie die Preise in die Höhe treiben können. Das Steuerrecht ist sicher die dynamischste aller Rechtsmaterien. Wir machen diese Gesetze nicht, aber ständig pfuschen da Leute herum, die von Steuern und Wirtschaft wenig bis gar nichts verstehen, oder einfach nur beinharte Klientelpolitik betreiben. Die Fachliteratur muss in immer schnellerem Rhythmus ausgewechselt werden, das kostet Geld und Zeit, denn es muss ja noch geistig inhaliert werden. Wir laufen eher schon Gefahr, von einer Steuerfalle in die andere zu tappen.

Im Übrigen bin ich nicht für eine Flat-Tax, sie missachtet das Leistungsfähigkeitsprinzip. Womit Herr Rhomberg wieder recht hat: der steuerfreie Sockelbetrag ist völlig ungenügend. Außerdem bin ich im Hinblick auf die einbetonierten Privilegienbunker im Osten für eine stärkere Verländerung des Steuersystems. Ihr Steuerberater lässt grüßen.

Dr. Rudolf Rudari,
Felderstarße 5,

Bürs