Vulkan in Japan spuckt gewaltige Aschewolke

Welt / 29.05.2015 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit einer gewaltigen Explosion ist der Vulkan Shindake auf der Insel Kuchinoerabu im Südwesten Japans explodiert.  Foto: EPA
Mit einer gewaltigen Explosion ist der Vulkan Shindake auf der Insel Kuchinoerabu im Südwesten Japans explodiert. Foto: EPA

Die Insel Kuchinoerabu wurde evakuiert. Aschewolken türmen sich über neun Kilometer in den Himmel.

Tokio. Mit einer spektakulären Explosion ist im Südwesten Japans der Vulkan Shindake ausgebrochen. Mehr als neun Kilometer türmten sich die dicken schwarzen Aschewolken über dem Krater auf der Insel Kuchinoerabu in den Himmel, wie dramatische Videobilder im japanischen Fernsehen zeigten. Alle 137 Bewohner der rund 1200 Kilometer südwestlich von Tokio gelegenen Insel blieben unversehrt. Sie wurden mit Fähren und der Küstenwache auf die nahegelegene Insel Yakushima in Sicherheit gebracht, wie die Regierung bekanntgab. Ein 72-jähriger Mann wurde mit Verbrennungen an der Stirn behandelt.

Der Knall durch den explosionsartigen Ausbruch sei „enorm laut“ gewesen, schilderte eine Bewohnerin. Ein Strom aus vulkanischer Asche, Lavafragmenten und Gasen glitt den Hang des 650 Meter über dem Meeresspiegel aufragenden Vulkans herab und erreichte die Küste, wie die meteorologische Behörde mitteilte. Sie warnte vor einer weiteren möglichen Eruption.

Zuletzt war der Vulkan im August 2014 ausgebrochen. Damals mussten 87 Menschen von dort fliehen. „Diesmal war das Ausmaß viel größer gewesen“, sagte eine Bewohnerin. Die Regierung berief einen Krisenstab ein und schickte Schiffe und Helikopter der Küstenwache und des Militärs in die Region. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt grenzt an den „Pazifischen Feuerring“. An diesem Gürtel liegt etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane auf der Welt. Der Vulkangürtel umgibt den Pazifischen Ozean wie ein Hufeisen. Im vergangenen September war es am Vulkan Ontake in Zentraljapan zum bisher folgenschwersten Ausbruch der Nachkriegsgeschichte gekommen.

Experten halten es für möglich, dass das verheerende Erdbeben vom März 2011 im Nordosten des Landes mit einer Stärke von 9,0 erhöhte vulkanische Aktivitäten ausgelöst haben könnte.