Alle Schätze haben wieder ihr Bestes gegeben

Spezial / 31.05.2015 • 18:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Start zum Frauenlauf am Kaiserstrand in Lochau bietet immer wieder ein imposantes Bild.
Der Start zum Frauenlauf am Kaiserstrand in Lochau bietet immer wieder ein imposantes Bild.

Mehr als 4500 Mädchen und Frauen machten den Frauenlauf zum Spektakel.

bregenz. Ja, wenn die Frauen los sind, ist auch in Bregenz etwas los. Dann lebt und bebt die Landeshauptstadt und mit ihr das halbe Bodenseeufer. Das zeigte sich einmal mehr beim 6. Frauenlauf, der am Samstag für viel Stimmung, sportliche Erfolge und einen neuen Rekord an Teilnehmerinnen sorgte. Nicht weniger als 4523 Mädchen und Frauen verwandelten die Laufstrecke zwischen Lindau, Lochau und Bregenz in ein farbenfrohes Bild. „Es ist für uns einer der emotionalsten Tage im Jahr“, zieht Verena Eugster, die den Bodensee-Frauenlauf gemeinsam mit ihrer Schwester Patrizia Zupan seit Anbeginn organisiert, ein kurzes, aber eindrückliches Resümee.

Weiter gewachsen

Dass es wieder gelungen ist, noch mehr Frauen zum Laufen zu bringen, beeindruckte sie besonders. „Das ist so schön“, findet Verena Eugster kaum Worte für die tolle Entwicklung, die der Bodensee-Frauenlauf in den vergangenen Jahren genommen hat. Mit 2000 Teilnehmerinnen etablierte er sich schon bei seiner Premiere als zweitgrößter Frauenlauf in Österreich. „Das hat selbst die Erwartungen der kühnsten Optimisten übertroffen“, erzählt Eugster. Mittlerweile ist der Frauenlauf gewachsen und gewachsen. Seit dem vergangenen Jahr gibt es neben der 5-Kilometer- zusätzlich eine 10-Kilometer-Strecke. Das Gros der Teilnehmerinnen bevorzugt aber nach wie vor die klassische Distanz. Rund 1000 suchen die Herausforderung über die Langstrecke. So war es auch heuer.

Alt und Jung unterwegs

Das Wetter ist ideal für einen sportlichen Einsatz am Spätnachmittag. Die meisten Frauen lassen sich mit dem Schiff nach Lochau bringen. Auf der „MS Austria“ drängen sich Jung und Alt zusammen. Dazwischen stehen Kinderwagen. Mütter im Laufdress herzen ihren Nachwuchs. Am Ufer stehen die Männer und verabschieden sich mit einem liebevollen Winken. Gut 15 Minuten später strömen die Frauen aus dem Schiff und zum Startplatz am Kaiserstrand. Eine flotte Aufwärmrunde, dann laufen die Sekunden ab. Letzte Umarmungen, letzte Wünsche für ein gutes Gelingen und schon ertönt der Startschuss.

Favoritensiege

Sabine Reiner, die erklärte Favoritin über fünf Kilometer, zieht weg wie der sprichwörtliche Pfeil. Ihre Laufschuhe sind derzeit zu schnell, als dass jemand ihr zu folgen vermöchte. Wie im Vorjahr geht Reiner nach 17:14.90 Minuten als Siegerin über die Ziellinie im Casino-Stadion in Bregenz. Auch Sandra Urach verteidigt ihren Frauenlauf-Titel aus dem vergangenen Jahr erfolgreich. Sie hat über zehn Kilometer allerdings mehr zu kämpfen. Die Deutsche Michaela Gantner ist ihr hart auf den Fersen. Erst auf dem letzten Streckenabschnitt gelingt es Urach, sich abzusetzen. Schließlich stehen 36:30.8 Minuten zu Buche und bedeuten den Sieg für die Andelsbucherin.

Das große Feld dahinter erfreut sich einfach am gemeinsamen Laufen und an den Anfeuerungsrufen des Publikums, das entlang der Strecke bis ins Ziel in teils dichten Reihen steht. „Durchbißa, Schatz!“, ertönt es eins ums andere Mal. Und die Schätze geben ihr Bestes. Ob nun schneller oder langsamer: Am Ende sehen sie alle die Zielflagge. Das ist es, was letztlich zählt. Stolz tragen sie die Medaillen, die ihnen von Bregenzer Handballern mit Glückwünschen überreicht werden.

Martina Ess und Martin Böckle  animieren die Zuschauer immer wieder, für jede Läuferin zu klatschen. Songs wie „An Tagen wie diesen“ heizen die Stimmung zusätzlich an. Am besten aber schmecken die Küsse, mit denen Frauen und Mütter von ihren Liebsten nach dem Zieleinlauf bedacht werden.

Impressum

Marlies Mohr (Text)

Philipp Steurer, Oliver Lerch (Fotos)

Layout: Stefan Grätzner