Experten warnen vor Megabeben in Japan

Welt / 31.05.2015 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bange Gesichter bei Besuchern in einem Fußballstadion in Tokio: Während des Spiels bebte die Erde.  Foto: Reuters
Bange Gesichter bei Besuchern in einem Fußballstadion in Tokio: Während des Spiels bebte die Erde. Foto: Reuters

Die Beben in jüngster Zeit könnten Experten zufolge Vorboten einer großen Erschütterung sein.

Tokio. Mehrere Erdbeben haben am Wochenende Japan erschüttert. Ein schweres Beben der Stärke 7,8 brachte am Samstag Gebäude in Tokio ins Wanken, zwölf Menschen wurden verletzt. Das Beben dauerte etwa eine Minute. Eine Tsunamigefahr bestand dem pazifischen Warnzentrum zufolge nicht. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum etwa 870 Kilometer südlich von Tokio in knapp 680 Kilometern Tiefe im Pazifik. Der Zugverkehr in der Millionenmetropole wurde vorübergehend gestoppt. Die Start- und Landebahnen des internationalen Flughafens wurden kurzzeitig gesperrt, um sie auf Schäden zu überprüfen. Auf der Aussichtsplattform des Tokyo Tower waren rund 400 Menschen vorübergehend eingeschlossen, da die Aufzüge nicht fuhren. Am Sonntagmorgen wurde ein zweites Erdbeben der Stärke 6,4 in einer Tiefe von 13,4 Kilometern vor den Izu-Inseln registriert, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte.

Erst am vergangenen Montag hatte ein Erdbeben das Ballungsgebiet von Tokio erschüttert. Am Freitag war im Süden Japans ein Vulkan ausgebrochen, eine riesige Aschewolke stieg auf.
Angesichts der Vorkommnisse in jüngster Zeit warnen einige Experten nun vor einem möglicherweise bevorstehenden Megabeben. Sie sehen ein mögliches Zeichen, dass Japan in „eine aktive Phase von Krustenveränderungen“ eintreten könnte. „Ich kann sagen, dass sich Japan derzeit in einer aktiven Phase befindet“, sagte der Chef des Forschungszentrums für Erdbebenvorhersage an der Universität Tokio, Toshiyasu Nagao.

Kazuki Koketsu vom Erdbeben-Forschungsinstitut an der Universität Tokio sagte dagegen, ein Zeichen für ein mögliches Megaerdbeben seien die jüngsten Erdstöße eher nicht. Es sei allerdings wichtig, „es als Chance zu sehen, sich auf ein zukünftiges Erdbeben vorzubereiten“, sagte er dem Sender TV Asahi.