Jetzt wird es extrem eng

Politik / 31.05.2015 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dass SPÖ und ÖVP sowohl in der Steiermark als auch im Burgenland Wahlschlappen erleiden, haben Meinungsforscher vorausgesagt. Dass die Roten aber in der Steiermark derart massiv abrutschen, kam doch ein wenig überraschend und wird wohl Nachwehen in der Bundespolitik haben.

Die Ergebnisse muss man als klare Wählerantwort auf die Bundespolitik von SPÖ-Chef Werner Faymann sehen: Bei seiner Wiederwahl zum Parteiobmann Ende des Vorjahrs mit einem miserablen Vertrauen ausgestattet, hat er es nicht zuwege gebracht, die Sozialdemokratie zu festigen und zu einen, im Gegenteil. Und er hat auch noch sein Steuerreformversprechen „Millionärssteuer“ gebrochen. Dass die Landeshauptleute Voves und Niessl die Ursachen für ihre Abstürze in Wien sehen, ist nachvollziehbar. Für Faymann, dessen Ablöse als Parteiobman schon seit Langem zumindest hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird, wird es jetzt extrem eng. Nicht zuletzt auch wegen der Freiheitlichen: War Faymanns klare Ansage doch, die FPÖ nicht stark werden zu lassen. Doch genau das Gegenteil ist sowohl im Burgenland als auch in der Steiermark passiert.

Mit Wien und Oberösterreich stehen heuer noch zwei spannende Wahlen an, dafür braucht die SPÖ einen starken Obmann. Dass Faymann dies sein wird, ist nach diesem Wahlsonntag äußerst fraglich. Ein Obmannwechsel würde nicht verwundern.

andreas.feiertag@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-722