Teamarbeit als Erfolgsrezept

Sport / 31.05.2015 • 21:29 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Markus Burger mit dem Meisterpokal und seiner insgesamt zehnten Staatsmeistermedaille. Foto: Zaponig
Markus Burger mit dem Meisterpokal und seiner insgesamt zehnten Staatsmeistermedaille. Foto: Zaponig

Markus Burger über
den vierten Titelgewinn, seine Arbeit als Hard-Trainer und den Blick in die Zukunft.

Hard. (VN-jd) Markus Burger ist ein erfolgsorientierter und siegeshungriger Trainer. Seine Philosophie: „Mit jungen Spielern arbeiten und sie mit älteren Spielern mischen, die die Mannschaft führen“, hat dem 50-Jährigen in den letzten vier Saisonen jeweils die Krone in der Handball-Liga Austria eingebracht. Damit ist Burger der mit Abstand erfolgreichste Trainer in Österreich.

Herzlichen Glückwunsch zum vierten Triumph als Cheftrainer der Roten Teufel. Wie glücklich und stolz macht Sie dieser Titel?

Burger: Jeder Titel hat natürlich seine eigene Geschichte, doch der aktuelle ist in meiner persönlichen Hitliste ganz weit oben einzuordnen. Durch die zahlreichen verletzten Spieler zu Saisonbeginn war ich noch viel mehr gefordert als die Jahre davor. Durch die Ausfälle war ich automatisch gezwungen, noch mehr auf die jüngeren Spieler zu setzen. Mitar Markez, Sascha Mikanovic und Bernd Friede darf man dabei nicht vergessen, auch sie haben ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen. Dass wir dann den Grunddurchgang und das Play-off als Erste abgeschlossen haben, war mehr als beeindruckend. Es haben andere Spieler mehr Verantwortung übernommen und sich so toll entwickelt.

Der Erfolgsrun Ihres Teams in der K.-o.-Phase war richtig beeindruckend. Worin liegen für Sie die Gründe für so eine Dominanz?

Burger: Wir sind in den letzten Wochen noch enger zusammengerückt und haben unglaublich fokussiert gearbeitet. Die Rückkehr der verletzten Spieler hat uns natürlich sehr geholfen. Marko Krsmancic, den viele bereits abgeschrieben haben, hat unglaublich intensiv für sein Comeback gearbeitet, ist in der Finalserie richtig aufgeblüht und hat gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. Daneben war es aber auch die professionelle Arbeit des Trainerteams und der Spieler. In Summe haben wir in der Schlussphase alle von den Erfahrungen der letzten Jahre profitiert.

Gehen Ihnen manchmal noch Szenen aus der Finalserie durch den Kopf, oder ist die Saison bereits abgehakt?

Burger: Natürlich sehe ich noch die Szenen vor mir, und nicht nur einmal ist es mir in den letzten Tagen dabei richtig kalt den Rücken hinuntergelaufen. Die Bilder machen einen stolz auf die geleistete Arbeit, und in der Sommerpause werde ich mir die Spiele ganz sicher noch einmal in aller Ruhe ansehen.

Als Aktiver waren Sie Spieler in Bregenz, dann zehn Jahre Kotrainer bei ihrem Stammverein und sind nach zwei Saisonen in St. Gallen zu Hard gewechselt. Gab es jemals Probleme in Hard aufgrund Ihrer sportlichen Vergangenheit?

Burger: Nachdem ich schon in St. Gallen erfolgreich war und die Arbeit mit der Mannschaft gut funktioniert hat, habe ich die Chance in Hard bekommen. Hansjörg Füssinger als Sportlicher Leiter und der Vorstand haben mir vertraut, und dafür bin ich ihnen heute noch dankbar. Ich bin mir sicher, dass nicht alle Leute im Verein mit dieser Entscheidung glücklich waren, aber wer mich kennt, weiß, wie ich arbeite und eingestellt bin. Ich denke, ich habe in den fünf Jahren dem Verein vieles zurückgegeben und so manchem Kritiker den Wind aus den Segeln genommen.

Was bedeutet es Ihnen, Trainer des Alpla HC Hard zu sein?

Burger: Sehr viel! Ich bin im Sommer 2010 mit einem klaren Auftrag des Vorstands gestartet. Ich konnte eine Mannschaft formen, die den Charakter und die Einstellung hat, Titel zu holen und bereit ist, dafür sehr hart zu arbeiten. Durch die gute Jugendarbeit kommen viele junge Spieler in den Kreis der 1. Mannschaft und erhalten hier die Möglichkeit, sich weiter- zuentwickeln. Die Trainingsbedingungen in Hard sind nahezu perfekt. Ein wichtiger Baustein der Erfolge sind aber auch meine Trainerkollegen Stefan Jäger, Stefan Watzl und Mario Krevatin. Sie verstehen es, eine Mannschaft zu fordern, aber auch bei Laune zu halten. Unsere medizinische Abteilung ist eine weitere wichtige Säule. Masseur Martin Maier, Physiotherapeut Roeland Jansen und Teamarzt Michael Fink sind die perfekte Ergänzung und ein entscheidender Leistungsfaktor. Die Erfolge sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines starken Teams und der klaren Vision, die guten Eigenbauspieler mit starken Legionären zu einer Meistermannschaft zu formen.

Sie sind neben Ihrer Tätigkeit als Handballtrainer auch noch berufstätig. Wie bringt man die Zeit und die Energie für diese kräftezehrende Doppelbelastung auf?

Burger: So eine erfolgreiche Arbeit kann man nur dann machen, wenn man eine tolle Familie und einen super Arbeitgeber hat. Mein Dank gehört meiner Frau Andrea, meinen Kindern Natascha und Sebastian und dem Rest unserer Familie, die mich großartig unterstützen. Natürlich zählt auch mein Arbeitgeber VKW dazu, wo ich einen tollen Job habe, der mir sehr viel positive Energie gibt. Mein Chef und die Arbeitskollegen haben viel Verständnis für meine Tätigkeit, und ich versuche natürlich auch dort, mein Bestes zu geben.

Vier Titel in fünf Jahren, das weckt Begehrlichkeiten. Wie sieht es mit Ihrer sportlichen Zukunft aus?

Burger: Ich habe noch bis Ende der Saison 2015/16 einen Vertrag in Hard. Bis dahin gehört meine volle Konzentration dieser Arbeit und was dann kommt, wird sich weisen.

Wir sieht Ihr Blick für die nächste Saison aus? Wird der Alpla HC Hard zum dritten Mal an der Qualifikation der Champions League teilnehmen oder gilt der Fokus der Titelverteidigung in der HLA?

Burger: Wir werden natürlich an der Qualifikation teilnehmen und mit etwas Losglück bekommen wir vielleicht die Chance auf etwas ganz Großes. Daneben ist natürlich die Titelverteidigung in der Handball-Liga Austria unser erkärtes Ziel.