Theisen und Kazmirek krönten sich

Sport / 31.05.2015 • 23:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kai Kazmirek und Michael Schrader feiern den Doppelsieg der deutschen Zehnkampf-Herren in Götzis.
Kai Kazmirek und Michael Schrader feiern den Doppelsieg der deutschen Zehnkampf-Herren in Götzis.

Deutsche Party im Mösle. Kai Kazmirek ist der neue König, Brianne Theisen-Eaton setzte sich im Siebenkampf die Krone auf.

Götzis. (VN) Deutscher Doppelsieg durch Kai Kazmirek und Michael Schrader im Zehnkampf beim Hypomeeting in Götzis, hinter dem Südafrikaner Willem Coertzen landete mit Rico Freimuth ein weiterer DLV-Athlet auf Platz vier. Im Siebenkampf triumphierte Brianne Theisen-Eaton mit neuem kanadischem Rekord, die Deutsche Carolin Schäfer überraschte vor Nadine Broersen (Nl) mit dem zweiten Platz. Jessica Ennis-Hill landete bei ihrem Comeback nach der Babypause auf dem starken vierten Platz.

Die Hoffnung auf einen neuen Zehnkampf-Weltrekord war noch vor dem ersten Bewerb zerstört. Ashton Eaton musste sich vom Meeting wegen eines beleidigten Nervs im Rückenbereich abmelden. „Ich habe alles probiert, um fit zu werden. Aber leider kann ich nicht starten.“ Das Missgeschick passierte beim Kugelstoßtraining, therapeutische Maßnahmen waren ebenso vergeblich wie ärztliche Hilfe. Der Weltrekordler sprach mit den Fans im Mösle-Stadion persönlich und merkte an: „Bitte unterstützt die anderen Wettkämpfer, jeder einzelne hat es verdient.“ Der Amerikaner wusste aber wohl, dass er der Partyschreck der Veranstaltung war.

Der Rückzug von Eaton und ein „Nuller“ von Damian Warner im Kugelstoßen machten den Weg für den ersten deutschen Doppelsieg seit 1987, als Siegfried Wentz und Torsten Voss (noch für die DDR) gemeinsam auf dem Stockerl standen. Nach neun Disziplinen führte Kazmirek vor dem abschließenden 1500er-Bewerb, 124 lag er vor Schrader und 145 vor Coertzen. „Das war ein Krimi. Ich bin total glücklich über den Sieg. Das haben noch nicht so viele Deutsche geschafft.“

Zwei Rekorde gebrochen

Theisen-Eaton, die ebenso wie Kazmirek eine Jahresweltbestleistung vorlegte, gewann das Hypomeeting zum zweiten Mal nach 2013. Bereits nach dem zweiten Bewerb, dem Hochsprung, setzte sich die Kanadierin an die Spitze und gab die Leaderposition nicht mehr ab. „Das war möglich, weil es hier in Götzis vergleichsweise einfach ist, sich zu fokussieren. Die Atmosphäre, das Publikum, die Musik – es ist einfach ein wunderschöner Wettkampf hier“, bedankte sich die Gattin des Zehnkampf-Weltrekordhalters. Sie gewann mit neuer persönlicher Bestleistung von 6808 Punkten und verbesserte damit ihren eigenen kanadischen Rekord um 167 Punkte. Die bis vor dem abschließenden 800-m-Bewerb auf Position zwei gelegene niederländische Sprint-Europameisterin Dafne Schippers musste aufgrund von Knieproblemen vorzeitig aufgeben. Die Veranstalter der 41. Auflage im Mehrkampf-Mekka durften sich bei besten Witterungsbedingungen über die neue Rekordkulisse von 12.500 Zuschauern an den zwei Wettbewerbstagen freuen.