Reichensteuer statt Maschinensteuer

Leserbriefe / 16.12.2016 • 19:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Laut Finanzminister hat Österreich ein budgetäres Ausgabenproblem. Darunter verstehe vermutlich nicht nur ich, dass der Staat mehr sparen sollte. Hingegen spricht der Bundeskanzler von neuen Steuern. Die Maschinensteuer wurde inzwischen wieder schlafen gelegt. Hat doch der Bundeskanzler, selbst einmal CEO, eingesehen, dass diese nur Arbeitsplätze in Asien schafft. Jedes Unternehmen, das kann, wird an unternehmerfreundlichere Standorte auslagern. Das können wir ­jeden Tag beim Einkauf sehen, wenn wir das Etikett oder Geräteschild eines Produkts auf die Ursprungsherkunft untersuchen. Nicht selten lesen wir „Made in China“. Wieder neu aufgeflammt ist die Reichensteuer. Ein sehr kurzsichtiger Ansatz. Gemäß Umfrage sollen Vermögen über 500.000 Euro versteuert werden. Das heißt, jeder Wohnungseigen­tümer wird diese Steuer zahlen müssen. Darüber wird sich kaum ein Mieter, auch der in einem Einzimmer-appartement, freuen können. Ein Vermieter hat mindestens zwei Wohnungen. Er wird daher auch Vermögensteuer zahlen müssen. Da Vermieter unternehmerisch denken, wird er diese Steuer auch auf die vermietete Wohnung umlegen, was zu höheren Mietkosten führt. So gesehen ein Schuss auf die eigene Klientel von genau denen, die vorgeben, sich für leistbares Wohnen einzusetzen. Da Wohnen nicht nach Asien ausgelagert werden kann, füllt es die Staatskasse wiederum auf Kosten der­jenigen, die immer weniger in ihrer Geldbörse haben.

Robert J. Bösch,

Morgenstrasse,

Lustenau