Altach setzt überragendem Herbst die Winterkrone auf

Sport / 18.12.2016 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kapitän, Abwehrchef und zweifacher Torschütze – Philipp Netzer (rechts) war der überragende Mann auf dem Feld bei Altachs verdientem 3:1-Erfolg über Rapid. Foto: gepa
Kapitän, Abwehrchef und zweifacher Torschütze – Philipp Netzer (rechts) war der überragende Mann auf dem Feld bei Altachs verdientem 3:1-Erfolg über Rapid. Foto: gepa

Tabellenerster mit 42 Punkten – Fans feiern Grabherr-Elf nach 3:1-Sieg über Rapid.

Altach. Es ist vollbracht! Ausgerechnt gegen Ex-Trainer Damir Canadi krönte der Cashpoint SCR Altach einen außergewöhnlichen Herbst. Dank zweier Treffer des überragenden Kapitäns Philipp Netzer, der vor dem Spiel seinen Vertrag bei den Rheindörflern vorzeitig bis 2019 verlängert hatte, feierte die beste Heimmannschaft der Liga einen verdienten 3:1-Erfolg. 29 Punkte in elf Partien in der Cashpoint-Arena – das ist Liga-Bestwert. Für mehr als 7000 Fans Grund genug, Mannschaft und Trainerteam zum Jahresabschluss gebührend zu feiern.

Kleine Überraschungen

Beide Trainer hatten sich einiges einfallen lassen. So verzichtete Rapids Canadi auf sein geliebtes 3-5-2-System, während Altach mit einem starken Lukas Jäger vor der Dreier-Abwehr punktete. Und es ging dann gleich in die Vollen, keine Spur von Abtasten. Vielmehr startete Altach furios und belohnte sich schon nach sieben Minuten mit dem Führungstreffer. Netzer stocherte das Leder über die Linie, nachdem er zuvor einen Freistoßball von Andreas Lienhart nicht unter Kontrolle bringen konnte und Benedikt Zech an Richard Strebinger gescheitert war. Doch der Rapid-Goalie ließ den Ball aus und Netzer war zur Stelle (7.).

In der Folge zogen sich die Altacher ein wenig zurück. Zuweilen sogar ungewollt, weil Rapid versuchte, das Heft in die Hand zu nehmen – ohne dabei Gefahr auf das Tor von Andreas Lukse zu erzeugen. Die Abwehr um Chef Netzer ließ nichts anbrennen und stand sicher. Erst kurz vor Halbzeit, als Joelinton gegen den Oberschenkel von Ngwat-Mahop trat, war eine gewisse Unsicherheit zu spüren (45.). Der Kameruner rettete sich in die Pause, musste dann aber kurz nach Wiederbeginn w. o. geben (49.).

Altach legte einen Gang nach

Das Zeichen von der Bank war klar: Mit Nikola Dovedan wurde nominell ein zweiter Stürmer eingewechselt. Dieser Mut sollte sich schon vier Minuten später bezahlt machen, als Dovedan das 2:0 erzielte (59.). Nach einem Absatzkick von Dimitri Oberlin spitzelte er erst den Ball an Stephan Auer vorbei und dann ließ er mit seinem Abschluss Goalie Strebinger keine Abwehrmöglichkeit (55.). Dass Rapid nur wenig später den Anschlusstreffer, dank eines direkt verwandelten Freistoßes erzielte, war nicht mehr als ein Aufflackern (59.). Denn nur 60 Sekunden später stellte der Kapitän selbst den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Erneut war Andreas Lienhart der Vorbereiter mit einem Freistoßball. Dieses Mal aber war Netzer per Kopf zur Stelle und sorgte mit dem dritten Altacher Treffer für Freudentaumel – auf den Tribünen und auf der Trainerbank. Die Gastgeber waren nun klar der Herr im Hause, das Stadion tobte. Keine Spur von einer Rapid-Viertelstunde, vielmehr diktierte Altach bis zum Abpfiff das Geschehen. Netzer und Co. ließen sich die Butter, sprich Winterkrone, nicht mehr vom Brot nehmen.

Er kam, spielte und rraf: Nikola Dovedan (rechts) erzielte den zweiten Altacher Treffer. Foto: gepa
Er kam, spielte und rraf: Nikola Dovedan (rechts) erzielte den zweiten Altacher Treffer. Foto: gepa

Stimmen

Die Winterkrone ist ein schönes Gefühl, das Spiel selbst eine Art Draufgabe vor toller Kulisse. Das frühe Tor hat uns in die Karten gespielt. Jetzt bleiben wir sechs Wochen an der Spitze, doch an unserer Herangehensweise hat sich nichts geändert.

Werner Grabherr,

Trainer Cashpoint SCR Altach

Einzelne Situationen haben das Spiel zweier Mannschaften, die sich neutralisiert haben, entschieden. Jeder Einzelne muss sich jetzt selbstkritisch hinterfragen. Ich gratuliere Altach, ärgere mich nur über jene Zuschauer hinter meiner Bank, die Bier schütteten und wenig freundliche Worte fanden.

Damir Canadi,

Trainer SK Rapid Wien