Aufatmen bei Erne: Das Bankenpaket steht

Markt / 18.12.2016 • 20:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erne in Schlins ist einer der größten Arbeitgeber im Walgau. Nun muss der Sanierungsplan greifen. Foto: VN/HB
Erne in Schlins ist einer der größten Arbeitgeber im Walgau. Nun muss der Sanierungsplan greifen. Foto: VN/HB

Nach intensiven Verhandlungen verzichten Banken auf über 20 Millionen Euro.

SChlins. Gute Nachrichten für die 700 Erne-Mitarbeiter: „Heute, Montag, um 9.30 Uhr werden wir eine Lösung präsentieren“, gibt der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Landesbank, Wilfried Hopfner, im Gespräch mit den VN bekannt, dass es eine Bankenlösung für die von Insolvenz bedrohte Erne-Gruppe mit Hauptsitz in Schlins gibt. Wie die VN am Samstag exklusiv berichteten, verstrich die Frist für eine Lösung am Freitag um 15 Uhr, ohne dass es zwischen der Raiffeisen Landesbank, den Raiffeisenbanken Walgau und Montafon und dem Besitzer des traditionsreichen High-Tech-Unternehmens, Stephan Zöchling, zu einer Einigung über einen Schuldenerlass gekommen war. Am Abend legte die Raiffeisenbank dann telefonisch einen neuen Vorschlag auf den Tisch.

Dieser war Basis für das heute, Montag, an Zöchling gerichtete Angebot. Der gibt sich im VN-Gespräch optimistisch. „Es schaut gut aus“, bestätigt er. Allerdings liege ihm noch nichts schriftlich vor, schränkt Zöchling ein. Die Banken, neben den genannten Raiffeisenbanken das Spitzeninstitut des Raiffeisensektors, die Raiffeisenbank International, die Bank für Tirol und Vorarlberg sowie die Hypo-Landesbank verzichten auf Forderungen in der Höhe von über 20 Millionen Euro. Im Gegenzug erwarten sie die vom Besitzer angekündigte Kapitalerhöhung um zehn Millionen Euro. Den größten Brocken haben die drei Vorarlberger Raiffeisenbanken zu tragen, aber auch die anderen Banken haben sich bewegt und ihren „Abschreib-Anteil“ nochmals erhöht.

„Wir haben uns nicht vom Verhandlungstisch entfernt“, so Raiffeisen-Chef Wilfried Hopfner, „wir haben aber hart verhandelt.“ Man sei den Besitzern der Banken verpflichtet. Die jetzt avisierte Lösung sei gut für das Unternehmen und sichere die Arbeitsplätze. „Doch jetzt muss Herr Zöchling liefern, jetzt muss das Sanierungskonzept greifen“, betont er. Die Erhaltung der Arbeitsplätze, bewog auch Landeshauptmann Markus Wallner, sich am Wochenende für eine Lösung stark zu machen. Er hat den Verhandlern auch seine Vermittlung angeboten, wäre es zu keiner Lösung gekommen. Mit dem jetzt erzielten Ergebnis sei er sehr zufrieden. Auch die involvierten Banken sind mit der jetzt verhandelten Lösung so zufrieden, „wie man in einer solchen Situation sein kann“, so ein Banker, der an den Verhandlungen beteiligt war.

Apropos: Der Mailaccount Zöchlings sei nicht aus Absicht gesperrt worden, sondern wegen einer Namensgleichheit im Zuge einer „Virenbekämpfung“ blockiert worden.

Erne Grupp

» Gegründet: 1920

» Eigentümer: Glaukonit Vermögensverwaltung GmbH (Stephan Zöchling)

» Firmen: Erne Fittings, Siekmann Fittings, ELB-Form

» Mitarbeiter insgesamt: 760

» Umsatz 2015: 115 Mill. Euro (-1%)