Strafe für Drohung mit Softgun

Vorarlberg / 18.12.2016 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Softguns sind täuschend echte Replikate von Waffen. Foto: VN
Softguns sind täuschend echte Replikate von Waffen. Foto: VN

Leichtfertiger Umgang mit ungefährlicher Waffe brachte jungen Mann vor Gericht.

Feldkirch. (ec) Seit Kurzem ist der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch Vater, in der Vergangenheit ist er schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten, eine ganze Liste von Straftaten wurde damals abgeurteilt. Nun steht er wieder vor Gericht. Er selbst hatte die einstige Situation im September in Hohenems wohl unterschätzt. Dass sein Verhalten in der Nähe des Mc-Donald’s Lokals als gefährliche Drohung gelten könnte, war ihm vermutlich nicht bewusst. Der Mann bedrohte mit einer Softgun einen anderen Burschen.

„Eine Softgun ist eine spezielle Druckluftwaffe, die bei taktischen Geländespielen benutzt wird. Softairwaffen sind oft unter Lizenzen täuschend echt nachgebaute Replikate von Schusswaffen, die aber keine lebensgefährlichen Verletzungen herbeiführen. Softairwaffen verschießen mittels Federdruck, Gas oder eines elektromechanisch betriebenen Druckluftsystems Rundkugeln aus verschiedenen Materialien“, erklärt Wikipedia im Internet. Selbst Waffenkundige können auf den ersten Blick Attrappen oft nicht von „echten“ Waffen unterscheiden. „Dass sich Laien fürchten, wenn sie mit derartigen Geräten bedroht werden, ist nachvollziehbar“, fordert die Staatsanwältin eine entsprechende Strafe.

Kein Wilder Westen

„Ich werde so etwas nie wieder angreifen“, verspricht der junge Mann. Der andere habe ihm den Mittelfinger gezeigt, da sei er aus dem Auto ausgestiegen, zur Bushaltestelle gelaufen und habe dem Provokateur die Softgun an den Bauch gehalten. „Wir sind doch hier nicht im Wilden Westen“, macht Richter Richard Gschwenter dem Beschuldigten klar, dass derartiges Verhalten nicht tolerierbar und als gefährliche Drohung mit Strafe bis zu drei Jahren bedroht ist. Doch der Richter drückt in diesem Fall noch ein Auge zu.

Die alte Bewährungsstrafe wird nicht widerrufen, als neue kommen vier Monate bedingt dazu. Die 800-Euro-Geldstrafe ist allerdings zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.