Bande schleuste 10.000 Menschen nach Europa

Welt / 19.12.2016 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Heuer seien über das Mittelmeer mehr als 20 Prozent mehr Personen gekommen als im letzten Jahr, berichtet das Bundeskriminalamt. APA
Heuer seien über das Mittelmeer mehr als 20 Prozent mehr Personen gekommen als im letzten Jahr, berichtet das Bundeskriminalamt. APA

Schlepperring soll in zehn Jahren mehr als 15 Millionen Euro verdient haben.

Wien. Ein türkischer Schlepperring soll in den vergangenen zehn Jahren 10.000 Menschen nach Europa geschleppt und sich dadurch um 15 Millionen Euro bereichert haben. Zehn Personen wurden bereits festgenommen und teilweise auch schon verurteilt, drei führende Mitglieder sind noch flüchtig. In beiden Fällen seien „nicht nur die Schlepper, sondern auch die dahinterliegenden Organisationen aufgedeckt worden“, erläuterte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Derartige Schlepperorganisationen würden mittlerweile Gewinne lukrieren, die „weit über das Volumen der Suchtgiftkriminalität hinausgehen. Wir müssen den kriminellen Elementen die Grundlage ihres Geschäftsmodells entziehen“, forderte Sobotka einmal mehr die völlige Schließung der Balkanroute.

Die drei führenden und noch flüchtigen Mitglieder der Schlepperorganisation sind Türken im Alter von 30, 48 und 50 Jahren. Sie sollen von Istanbul aus die Schleppungen nach Europa organisiert haben, auf drei verschiedenen Routen. Ein 39-jähriger Kosovare rekrutierte für die jeweiligen Etappen Schlepperfahrer und kundschaftete neue Routen aus. Er wurde bereits in Mazedonien festgenommen und befindet sich in Auslieferungshaft, gegen die drei Türken hat das Landesgericht Korneuburg internationale Haftbefehle erwirkt.

Erfolg in Spanien

Bei der Pressekonferenz wurde ein weiterer Ermittlungserfolg gegen Schlepper in Spanien präsentiert. Auf die Spur dieser Bande sei man nach dem Unfall eines Transporters mit Flüchtlingen auf der A1 bei Amstetten im Jahr 2015 gekommen. In Zusammenarbeit mit spanischen Polizeibehörden konnte der Lenker – ein 40-jähriger Pakistani – ausgeforscht werden. Er wurde am 25. Oktober 2016 von Spanien nach Österreich ausgeliefert. Der Mann sei geständig und habe Mittäter und weitere Taten zu Protokoll gegeben.