Müll aus Rom nimmt Kurs auf Österreich

Welt / 19.12.2016 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rom. Ein erster Zug mit ungetrenntem Müll aus Rom ist am Sonntag vom Bahnhof Tiburtina in Richtung Österreich abgefahren, berichtete die Tageszeitung „Il Messaggero“. Der Müll soll in der EVN-Verwertungsanlage in Zwentendorf Dürnrohr verbrannt werden. Ab Dezember dürfen, vom Umweltministerium genehmigt, innerhalb eines Jahres maximal 70.000 Tonnen Müll aus Rom nach Österreich eingeführt werden. Auch nach Deutschland wird Müll mit der Bahn gebracht. Bisher ließen sich in Rom keine Entsorgungsmöglichkeiten umsetzen, die laut EU-Gesetzgebung ohnehin verbotene Deponie Malagrotta wurde 2013 geschlossen. Nach der Schließung von Malagrotta suchte Rom vergeblich nach anderen Entsorgungsmöglichkeiten. Pläne für die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen scheiterten an Anrainerprotesten.

Die Probleme mit der Müll­entsorgung drohen sich in Rom zuzuspitzen. Die Umweltbeauftragte Paola Muraro, die die Müllentsorgung in der Ewigen Stadt hätte lösen sollen, trat vergangene Woche zurück. Muraro zog die Konsequenzen aus den Ermittlungen, die die römische Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauchs und Verstoß gegen Umweltgesetze gegen sie aufgenommen hat. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zeit ihrer Beratungstätigkeit für die Müllentsorgungsgesellschaft AMA.