Seestadt-Projekt verdient diesen Namen nicht

Leserbriefe / 19.12.2016 • 22:13 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 13. Dezember 2016.
VN-Bericht vom 13. Dezember 2016.

Das Projekt „Seestadt“, das diesen Namen in keiner Weise verdient, schneidet die Stadt endgültig vom See ab. Bei einem städtebaulich, architektonisch und finanziell derart fragwürdigen Projekt müsste es selbstverständlich sein, die Bregenzer Bürger im Rahmen einer Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Es ist grotesk, wenn vor einigen Jahren über ein kleines Hafengebäude („Welle“) öffentlich abgestimmt wurde, bei der im Vergleich dazu gigantischen „Seestadt“, die ein massiver Eingriff in die Gestaltungsmöglichkeiten kommender Generationen darstellt, dies nicht einmal in Erwägung gezogen wird. Die politische Legitimation erhält eine Baumaßnahme in dieser Größenordnung nicht durch einen Beschluss der Stadtvertretung, sondern einzig durch einen klaren Bürgerentscheid. Es zeugt seitens der Projektbetreiber und der politisch Verantwortlichen von einer besorgniserregenden Überheblichkeit, ein solches Projekt ohne echten Dialog mit den Stadtbewohnern durchziehen zu wollen.

Dr. Karl Heinz Lauda,

Mehrerauerstrasse, Bregenz