Weg frei für die Erne-Sanierung

Markt / 19.12.2016 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vandanser Firma ELB Form ist als „Automotive Division“ Teil der Erne-Gruppe.  Foto: VN/Hofmeister
Die Vandanser Firma ELB Form ist als „Automotive Division“ Teil der Erne-Gruppe. Foto: VN/Hofmeister

Am Sonntagvormittag war klar, dass die Sanierung der Erne-Gruppe in trockenen Tüchern ist.

Schlins, Schwarzach. (VN-sca) Nun ist quasi amtlich, was am Wochenende zwischen Banken und dem Eigentümer der Erne-Gruppe ausverhandelt wurde: Die Banken verzichten auf knapp 21 Millionen Euro an Forderungen, um dem angeschlagenen Hightech-Unternehmen die Sanierung zu ermöglichen (die VN berichteten), Erne-Eigentümer Stefan Zöchling erhielt wie angekündigt um 9.30 Uhr das Bankenangebot und stimmte zu. Die Mitarbeiter können nach dem Schock vom Wochenende nun vor Weihnachten endgültig aufatmen.

Am Freitag sah es gar nicht danach aus, denn die Deadline um 15 Uhr verstrich, ohne dass die Raiffeisenbanken Montafon und Walgau sowie die Raiffeisen-Landesbank ihr O.K. zum Schuldenschnitt gegeben hatten. Die Lage war dramatisch, Zöchling kündigte in den VN an, dass er am Montagmorgen den Weg zum Insolvenzrichter gehen müsse. 700 Arbeitsplätze waren akut in Gefahr. Erst am Abend erhielt Eigentümer Stefan Zöchling ein mündliches Angebot aus der Raiffeisen-Zentrale in Bregenz. Und das wurde Samstag und Sonntag konkretisiert. Nicht nur die beteiligten Banken und Zöchling waren in die Gespräche involviert, auch Landeshauptmann Markus Wallner machte sich für eine Lösung und den Erhalt der Arbeitsplätze stark. Immerhin beschäftigt das Unternehmen in Vorarlberg 500, insgesamt über 700 Mitarbeiter.

Dass die Banken einen Beitrag zur Sanierung leisten sollten, kündigte der neue Eigentümer der Erne-Group, der Wiener Investor und Unternehmer Stefan Zöchling, bereits beim Kauf an. Seither und bis fünf Minuten nach zwölf wurde hart verhandelt, denn, so Raiffeisen-Landesbank-Chef Wilfried Hopfner, „sind wir unseren Besitzern verantwortlich“. Die drei weiteren Hausbanken BTV, Hypo Vorarlberg und RBI haben schon zuvor ihre Zustimmung zum Schuldenschnitt schriftlich deponiert. Die Bemühungen aller involvierten Banken, die Sanierungsbestrebungen für die Erne Group mit den beiden Bereichen „Fittings Division“ und „Automotive Division“ zu einem positiven Ergebnis zu bringen, konnten am Sonntagabend zu einem konstruktiven Abschluss geführt werden.

Gemäß der erzielten Einigung leisten die Hausbanken einen substanziellen Sanierungsbeitrag; im Gegenzug haben sich die Eigentümer verpflichtet, die beim Unternehmenskauf im Herbst 2016 zugesagte Erhöhung des Kapitals um 10 Millionen Euro durchzuführen. „Ich freue mich über dieses positive Ergebnis. Diese Einigung ist die Basis für die Sanierung und somit den Fortbestand der Erne Group – eines wichtigen regionalen Wirtschaftsmotors und Arbeitgebers“, so Zöchling. Die 1920 gegründete Erne-Gruppe durchlaufe, nicht zuletzt wegen der schwachen Investitionstätigkeiten der Öl- und Gasindustrie, seit 2013 einen Restrukturierungsprozess, der nun konsequent fortgesetzt werden müsse.