Kritik an Stöger-Plänen

Politik / 20.12.2016 • 22:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Vorschläge des Sozialministers sorgten für Wirbel. Foto: APA
Die Vorschläge des Sozialministers sorgten für Wirbel. Foto: APA

Absage an Arbeitszeitverkürzung und sechste Urlaubswoche.

wien. (VN) Sozialminister ­Alois Stöger (SPÖ) hat mit seinen im VN-Interview geäußerten Vorschlägen zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit für ordentlich Kritik gesorgt. Durch die von ihm angedachte Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich würde „der Faktor Arbeit weiter verteuert und somit zusätzliche Arbeitsplätze vernichtet werden“, betonte etwa Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner am Dienstag. Als sinnvoll erachtet er vielmehr eine Arbeitszeitflexibilisierung.

Die Industriellenvereinigung zeigte sich ebenfalls verärgert. „Einmal mehr werden Forderungen erhoben, die nichts anderes als eine massive Zusatzbelastung heimischer Unternehmen zur Folge hätten und abseits jeglicher Diskussionsgrundlage stehen“, sagte Generalsekretär Christoph Neumayer.  Neos-Mandatar Gerald Loacker kritisierte wiederum: „Wenn Stöger glaubt, mit einer Wochenarbeitszeit von 36 Stunden die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, zeigt das nur einmal mehr, dass er nicht versteht, wie Wirtschaft funktioniert.“

Auch Edi Fischer, Vizepräsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer, hat wenig Freude mit Stögers Plänen. Besonders stört er sich an der ebenfalls im VN-Interview geforderten sechsten Urlaubswoche. Laut OECD sei Österreich bereits ein Hochsteuerland, betonte der Landesobmann der freiheitlichen Wirtschaft (RfW) in einer Aussendung. Exemplarische Lohnnebenkostenberechnungen hätten ergeben, dass bei einer sechsten Urlaubswoche die Nebenkosten im Verhältnis zum Anwesenheitsentgelt um rund 4,5 Prozent steigen würden. „Mit solchen Forderungen würgt man jede mögliche Konjunktursteigerungen im Kern ab“, glaubt Fischer.