Mehr Vorarlberger gehen ins Spital

Vorarlberg / 20.12.2016 • 20:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg gibt es laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard noch zu viele Spitalsbetten, wie hier in Bregenz. Foto: VN/Paulitsch
In Vorarlberg gibt es laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard noch zu viele Spitalsbetten, wie hier in Bregenz. Foto: VN/Paulitsch

Anzahl der Spitalsbetten unter dem Österreichschnitt, laut Landesrat aber zu hoch.

Schwarzach. Österreich ist immer noch sehr spitalslastig. Bei den Entlassungen liegt die Republik laut einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2013 im Spitzenfeld. Die Statistik Austria hat nun Zahlen von 2015 veröffentlicht. Sie zeigen: Die Spitalsbesuche gehen österreichweit langsam zurück. Doch nicht alle Bundesländer folgen dem Trend. In Wien, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg gab es 2015 mehr Spitalsentlassungen als noch vor zwei Jahren. Relativ gesehen liegen die Spitäler in Vorarlberg (LKH und Stadtspital Dornbirn) sogar im Spitzenfeld. Mit 112.333 Entlassungen sind es um knapp 3000 mehr als vor zwei Jahren. Die Gründe müssen laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) erst gefunden werden: „Wir haben mehr Aufnahmen. Diesen Trend müssen wir noch analysieren. Allerdings ist das nicht unbedingt etwas Negatives.“

6,3 Tage im Spital

Zufrieden ist Bernhard mit der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von Patienten. Diese liegt im Vorarlberger Akutbereich bei 6,3 Tagen und damit unter dem Österreichschnitt (6,5). Werden tagesklinische Behandlungen mitberechnet, sinkt der Wert auf 4,9 Tage (Österreichschnitt: 5,3). In der Tendenz sei es zwar wichtig, die Aufenthaltsdauer in Spitälern zu verkürzen. Dies dürfe aber nicht zum Nachteil der Patienten werden, fügt Bernhard hinzu. So werden zum Beispiel immer mehr Augen­erkrankungen tagesklinisch behandelt. Waren es 2005 österreichweit noch 18,4 Prozent aller Augenerkrankungen, sind es heute schon 78,6. Auch die Zahl der tagesklinischen Behandlungen bei Krebs ist gemäß Statistik Austria gestiegen.

Nachholbedarf gibt es bei der Anzahl von Spitalsbetten. Im OECD-Vergleich sind es immer noch zu viele. Laut dem jüngsten OECD-Bericht hatten nur Japan, Korea, Russland und Deutschland eine höhere Bettendichte. 2015 kamen in Österreich 7,5 Betten auf 1000 Einwohner. In Vorarlberg waren es 5,8. Auch diese Zahl sei zu hoch, meint Landesrat Bernhard: „In der Bundes- und Landeszielsteuerung wollen wir auf ein ordentliches Leistungsangebot kommen und denken darüber nach, womit wir unser Auskommen finden.“ Zudem bräuchten die Spitäler größere Abteilungen in den Fachbereichen. Diese könnten an einem Standort eingerichtet werden. Allerdings wäre es auch möglich, standortübergreifend mit einer Zentrale und mehreren Außenstellen zu arbeiten, sagt der Gesundheitslandesrat.