Montforthaus braucht weiter Finanzspritzen

Vorarlberg / 20.12.2016 • 19:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Abgang beim Montforthaus liegt auch im dritten Jahr bei deutlich über zwei Millionen Euro.  Foto: VN/Steurer
Der Abgang beim Montforthaus liegt auch im dritten Jahr bei deutlich über zwei Millionen Euro.  Foto: VN/Steurer

Kongresshaus belastet Feldkirchs Stadtbudget 2017 wieder mit über zwei Millionen Euro.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch. 2,2 Millionen Euro. Mit diesem Abgang des Montforthauses muss die Stadt Feldkirch im kommenden Jahr kalkulieren. Damit liegt man auf Vorjahreshöhe, denn für das Budget 2016 wurden 2,23 Millionen Euro Abgang veranschlagt. Im Eröffnungsjahr 2015 waren es noch 2,6 Millionen Euro gewesen. Für den Feldkircher Finanzstadtrat Wolfgang Matt, der auch im Aufsichtsrat der Montforthaus Feldkirch GmbH sitzt, kein Grund zur Panik. „Grundsätzlich ist ein derartiges Haus kaum kostendeckend zu führen“, ist er überzeugt. Man sei vom Personal her schlank aufgestellt und stehe im Vergleich zu anderen Häusern gut da. Die Kosten liegen, so Matt, in der Multifunktionalität des Hauses begründet. Als „Haus der Feldkircher“ müsse man vielfältige Ansprüche erfüllen. Dass die Umsätze 2016 etwas sinken, hänge damit zusammen, dass man die Veranstaltungsabfolge optimiere, um Personalkosten zu senken und Synergien zu nutzen. Zudem sei man bemüht, das Budget mit Kostenwahrheit darzustellen. Deshalb rechne man beim Abgang sämtliche Kosten mit, die vorkommen könnten, während man bei den Einnahmen nur das einrechne, was auf jeden Fall hereinkommen soll, erklärt Matt. 2016 werde man besser abschneiden, als vorab budgetiert.

Wunschziel 1,8 Millionen Euro

Der Auftrag des Aufsichtsrates an die Geschäftsführung sei es jedenfalls, mehr kommerzielle Veranstaltungen ins Haus zu bekommen, erklärt Matt. „Die Nachfrage ist da“, ist der Stadtrat überzeugt. Aber es komme zu Ballungen an gewissen Terminen. Hier sei man gefordert, die Termine entsprechend zu verkaufen. Und auch von den Vereinen erwartet sich Matt eine gewisse terminliche Flexibilität, wobei er aber Wert darauf legt, dass die Vereine und Schulen jedenfalls willkommen sind. Das finanzielle Ziel des Finanzstadtrates ist klar, die Abgangsdeckung soll minimiert werden. „1,8 Millionen Euro sind das Ziel. Und das ist extrem ambitioniert.“

Edgar Eller, Geschäftsführer des Montforthauses, glaubt an dieses Ziel. Man habe viele Szenarien durchgerechnet, und beim derzeitig gewünschten Nutzungsmix, also mit Bällen und Vereinsveranstaltungen, sei diese Zahl bei sehr guter Auslastung erreichbar. Eller betont aber auch den Wert des Montforthauses für die Stadt, der weit über die finanzielle Umwegrentabilität hinausgehe. Es spiele für das Gemeinwohl eine wichtige Rolle: „Das Haus tut der Stadt wahnsinnig gut.“

Grundsätzlich ist ein derartiges multifunktio­nales Haus wohl kaum kostendeckend zu führen.

Stadtrat Wolfgang Matt