Parallel-RTL als Etikettenschwindel?

Sport / 20.12.2016 • 22:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Marcel Hirscher wünscht sich für den Parallel-Riesentorlauf mehr Kurven und ein steileres Gelände. Foto: gepa
Marcel Hirscher wünscht sich für den Parallel-Riesentorlauf mehr Kurven und ein steileres Gelände. Foto: gepa

Start ist die halbe Miete. Format gefällt, der Hang aber nicht, Alternative Schladming.

alta BAdia. Cyprien Sarrazin hat mit seinem Sieg beim Parallel-Riesentorlauf von Alta Badia für eine Sensation gesorgt. Gesprächsthema Nummer eins blieb aber die generelle Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Formats, das auf diesem Hang zweifelhaft sei. Abhilfe könnte die Verlegung an einen anderen Ort schaffen. „Der Schladming-Zielhang wär’ für mich das Geilste“, meinte etwa Manuel Feller.

Gespalten fielen die Reaktionen der besten Techniker auf den zweiten Wettbewerb dieser Art auf der Gran-Risa-Piste aus. Grundsätzlich eine gute Idee, lautete der Tenor unter den Athleten, die Einstufung als Riesentorlauf sei jedoch zu hinterfragen, meinten vor allem die ÖSV-Herren. „Es ist eine eigene Disziplin“, steht für Feller fest. „Es gehört eine gewisse Brutalität dazu. Man muss natürlich gut Skifahren können, aber mit einem Riesentorlauf hat es jetzt nicht wirklich was zu tun.“ In dem kurzen, direkt gesetzten Lauf auf dem relativ flachen Zielhang komme es hauptsächlich darauf an, beim Start und über die Wellen Tempo zu machen. „Der Start und die Wellen machen im Prinzip das ganze Rennen aus. Der Start macht in Prozent etwa ein Drittel aus und jeweils die Wellen auch ein Drittel“, erklärte Philipp Schörghofer, als Elfter bester ÖSV-Teilnehmer an dem Flutlicht-Spektakel. Wobei die Sprünge, die auf die Wellen folgen, nicht schlecht seien. „Ich glaub’, das kommt schon gut an bei den Leuten.“

Steiler und breiter

„Man sieht halt schwer einen Unterschied und kann sich relativ schwer etwas rausholen“, meinte Marcel Hirscher. Der wohl beste Riesentorläufer der Gegenwart scheiterte knapp, aber doch in der ersten Runde und wurde 18. In seiner Kritik hielt sich Hirscher dezent zurück, der Salzburger hätte sich aber mehr und schwierigere Kurven gewünscht, um seine Stärken ausspielen zu können. Schörghofer meinte, der Parallel-Riesentorlauf sei „schon ein ganz geiles Format, nur vielleicht müsste man einen anderen Hang dafür finden.“

Eine konkrete Alternative brachten die Österreicher auch gleich in Spiel. „Ich könnte mir das in Schladming auf dem Zielhang zum Beispiel extrem gut vorstellen“, brach Hirscher eine Lanze für die Planai, die obendrein neue Dimensionen aufstoßen würde, was die Zuschauer angeht.