Seine Stimme für Maui

Menschen / 20.12.2016 • 22:42 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

In den USA hat Disneys neuer Animations-Spaß „Vayana“ sofort die Spitzenposition der Kinocharts gestürmt.

Berlin. (lh) Ein Märchen, das in der traumhaft schönen Inselwelt des Pazifik spielt und dessen Hauptfiguren eine wagemutige Häuptlingstochter und der merkwürdige Halbgott Maui sind. Dem leiht in der deutschsprachigen Version der vielseitige Andreas Bourani seine Stimme. Der Hitsänger war heuer Coach der aktuellen Staffel von „The Voice Of Germany“.

Bei Disney sind Sie ja kein Neuling?

BOURANI: Nein, ich hatte schon das Glück, für die deutsche Fassung von „Baymax – Riesiges Robowabohu“ meine Stimme herborgen zu dürfen. Diesmal ist es sogar die Hauptrolle des Halbgottes Maui. Den Trailer kannte ich bereits.

Wie läuft ein solches Engagement?

BOURANI: Das ging relativ schnell. Ich wurde angerufen: „Komm auf einen Kaffee vorbei!“ Dann hieß es: „Ja, das können wir uns vorstellen!“ Mir wurde der komplette Film gezeigt, und ich war recht happy, weil: Wunderschöner Film mit viel Humor, und die Story gibt auch Sinn. Natürlich hatte ich den Anspruch, meine Sache möglichst gut zu machen.

Im Original ist Dwayne „The Rock“ Johnson die Stimme von Maui.

BOURANI: Und der hat einige Kilo Muskelmasse mehr drauf als ich. Maui ist aber kein Muskelmann, sondern ein ziemlich fülliger Typ, und ich hab’ versucht, diese Fülle mit höherer Stimme darzustellen. Um sowohl in den ruhigen als auch in den Actionszenen bei der Figur zu bleiben, habe ich mir einen Sprech-Coach geholt.

Ihr erstes Highlight war das Debütalbum „Staub & Fantasie“ mit dem Hit „Alles nur im Kopf“. Wie ist die Auskoppelung „Auf uns“ dann Nummer eins und deutsche Fußball-WM-Hymne geworden?

BOURANI: War nicht geplant. Ich liebe Abende mit Freunden. Man sitzt zusammen, trinkt eine Flasche Wein und denkt: Solche Momente muss man festhalten. Hey, auf gute Zeiten! Und dann ging der Song in den Charts sofort von null auf eins. Da war die WM noch in ziemlich weiter Ferne. Ich bekam jedenfalls so viele Zuschriften wie nie zuvor. Das ging von Hochzeitspaaren bis zur freiwilligen Feuerwehr. Es waren seltsame Identifikationen darunter. Na ja, und dann die WM. Die ARD meinte, mein Lied würde gut zur Euphorie passen. Sie erhoben „Hey“ zur WM-Hymne, und alles hat sich überschlagen.

Sind Sie überhaupt Fußballfan?

BOURANI: Ich bin kein Anhänger irgendeines Klubs. Doch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft habe ich damals mit großer Freude verfolgt. Auf mich kamen danach viele ähnliche Angebote zu, doch ich habe das alles abgelehnt. Neue Aufgaben waren mir wichtiger, neue Perspektiven, neue Geschichten. Ich bin bisher immer meinen Inspirationen, nein, im Grund bin ich dem Spaß gefolgt.

Und das erwies sich als richtig?

BOURANI: Ein Jahr später war ich wieder Nummer eins in den Charts, mit Sido und „Astronaut“. Ich kann mich also nicht beklagen.

Hat sich durch Ihre Tätigkeit als Synchronsprecher für Disney – und auch für „Hotel Transsylvanien 2“ – nicht die Lust eingestellt, vielleicht auch eine wirkliche Rolle zu spielen?

BOUANI: Ich weiß, wie viel Zeit ich von Kindesbeinen an investiert habe, um Musik zu schreiben. Es gab Schauspiel-Angebote, doch die habe ich alle abgelehnt, weil ich zu großen Respekt vor der Schauspielkunst habe.

Und Sie wären unter keinen Umständen zu verführen?

BOURANI: Nur, wenn ich wüsste, dass es wirklich etwas Gutes ist. Dafür verlange ich mir einfach zu viel ab. Ein Bösewicht wäre vielleicht interessant. Was Böse tun, finde ich spannender.

Der Nice Guy sind Sie ja sowieso. . . Haben Sie Lieblingsbösewichte?

BOURANI: Einer wie euer Christoph Waltz spielt sicher in der Champions League. Der Däne Mads Mikkelsen ist auch prima.

Und wie wäre es mit einer Musical-Rolle?

BOURANI: Das Angebot müsste ein wahnsinnig gutes sein, denn als Besucher bin ich nicht sehr leicht in Musicals zu locken.

Diesmal ist es sogar die Hauptrolle des Halbgottes Maui.

Andreas Bourani