Troika will im syrischen Bürgerkrieg vermitteln

Politik / 20.12.2016 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Türkische Soldaten tragen den Sarg des getöteten russischen Diplomaten.  Foto: AP
Türkische Soldaten tragen den Sarg des getöteten russischen Diplomaten.  Foto: AP

Treffen zwischen Moskau, Ankara und Teheran im Schatten des Attentats auf den russischen Botschafter.

moskau. Im Syrien-Konflikt sind Russland, die Türkei und der Iran zur Vermittlung zwischen Regierung und Opposition bereit. Das sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag nach Gesprächen der Chefdiplomaten der drei Länder in Moskau. Russland, die Türkei und der Iran stünden als Garantiemächte für ein Friedensabkommen zwischen syrischer Regierung und Opposition zur Verfügung. Ziel der Troika sei es, den nötigen Impuls für die Erneuerung des politischen Prozesses in dem Bürgerkriegsland zu geben. „Wir stimmen überein, dass es keine militärische Lösung geben kann“, sagte Lawrow.

Mit dem Türken Mevlüt Cavusoglu und dem Iraner Mohammed Dschawad Sarif sprach Lawrow der Agentur Tass zufolge auch über eine mögliche Feuerpause in Syrien. Es war das erste Treffen in dieser Konstellation. Parallel zu den Chefdiplomaten tagten die Verteidigungsminister der drei Länder in Moskau. Russland und der Iran sind Verbündete von Machthaber Baschar al-Assad, während sich die Türkei gegen den syrischen Präsidenten stellt und die Opposition unterstützt.

Das Gespräch erfolgte nur einen Tag nach dem Mord am russischen Botschafter in Ankara. Andrej Karlow war am Montagabend bei der Eröffnung einer Ausstellung von einem Polizisten hinterrücks erschossen worden. Der 22-jährige Attentäter, der sich zum Dschihad bekannte, bevor er selbst getötet wurde, hatte damit offenbar „Rache“ für die russische Beteiligung an der Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Rebellen in Aleppo üben wollen. Im näheren Umfeld des Mannes seien sechs Personen in Gewahrsam genommen worden, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Die Polizei verhaftete am Dienstag zudem einen Mann, der vor der US-Botschaft Schüsse abgegeben haben soll. Das Gebäude liegt gegenüber der Galerie, in der Karlow ermordet worden war. Unklar blieb, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt.

Ermittler entsandt

Moskau sandte ein 18-köpfiges Ermittlerteam nach Ankara. Die Experten sollen gemeinsam mit türkischen Kollegen den Mord an dem Diplomaten untersuchen. Präsident Recep Tayyip Erdogan betonte, er sei sich mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin einig, dass ihre Zusammenarbeit nicht behindert werden soll. Obwohl sie in Syrien unterschiedliche Seiten unterstützen, hatten sich Ankara und Moskau zuletzt angenähert.