Angst vor dem Spatenstich

Vorarlberg / 21.12.2016 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Beim Jahrhundertprojekt Letze-Tunnelspinne ist nach Jahrzehnten alles breitgetreten, ausdiskutiert, vorgestellt, mit der Bevölkerung die Varianten besprochen und nun auch endgültig geprüft und projektiert. Gerade deshalb ist die verkehrsgeplagte Bevölkerung von Groß-Feldkirch zurecht erstaunt und empört über den noch immer nicht stattgefundenen Spatenstich für den endlich befreienden Bau der perfekten Verkehrsentlastung.

Bei jeder Hasenstall-Eröffnung wird von der Landesregierung ein zum Himmel schreiendes, wählerheischendes Brimborium veranstaltet. Nur bei diesem für die Menschen wichtigen Megabauprojekt lässt sich der Tunnelpfortenwächter Petrus Wallner scheinbar alle Zeit der Welt. Scheinbar? Oder fürchtet sich der Anti-Straßen-Landesrat Johannes tatsächlich vor der talgehämmerten Tunnelhexe von Feldkirch, die ihm mit einem (Auft)Ritt auf ihrem Straßenbesen eine Walpurgisnacht bereiten will, die sich gewaschen hat? Oder könnte der Herodes Walser d. Grüne in der baufälligen Parlamentsburg in Wien den Kopf von Johannes dem Tunneltäufer auf einem ÖVP-Tablett einfordern? Alles nur Gerüchte? Von wegen! Der schwarze Petrus will vielleicht den dringend notwendigen Spatenstich doch bis nach den nächsten Landtagswahlen hinauszögern. So könnte er seinem Koalitions-Johannes doch noch den Kopf (und den Verstand) retten und auch seine Hände in Unschuld waschen.

Dann ist aber das Risiko für den inaktiven Straßenverweser groß, so wie der Heilige Eusebius von Rankweil (am 31. Jänner 884) zu enden. Der rügte nämlich bei einer Wanderung durch die Dörfer im Tal einen am Sonntag arbeitenden Bauern, wofür der ihm daraufhin mit seiner Sense den Kopf abschlug und Eusebius mit seinem Haupt unter dem Arm zurück nach Viktorsberg gelaufen sei. Gleiches könnte den beiden Spatenstichverweigerern von den betroffenen und wütenden Straßenanrainern in der Montfortstadt auch blühen. Damit könnte sich dann auch eine weitere Vorarlberger Sage wiederholen, und die Kopflosen in jeder Landtagswahlnacht, exakt um Mitternacht, zur Strafe die Z-Trasse durch das Lustenauer Ried abschreiten lassen, damit sie nie sehen sollen, wie sich die dort betroffenen Bürger über die Entlastungstraße freuen. Darum sei ihnen gesagt: Holt endlich den Spaten heraus!

Der schwarze Petrus will vielleicht den dringend notwendigen Spatenstich doch bis nach den nächsten Landtagswahlen hinauszögern.

fritz.amann@vn.at
Fritz Amann ist Unternehmer und ehemaliger FPÖ-Politiker