Arlberg ist startklar für Winter

Markt / 21.12.2016 • 22:26 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Gute Buchungslage, Luxushotel Severin*s eröffnet heute, neue Bergbahn Oberlech.

Lech. Auf Arlbergs Pisten ziehen die ersten Skifahrer ihre Spuren. Viel geschneit hat es nicht, aber, wie man von den Skifahrern hört, macht es dennoch Spaß. Die Pisten seien bestens präpariert. Die Beschneiungsanlagen haben also einen guten Dienst erwiesen.

In Lech und Zürs ist man jedenfalls startklar für die Wintersaison. Nächste Woche wird die neue Flexenbahn zwischen Zürs und Stuben/Rauz eröffnet, die den Arlberg zum größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs macht. Bereits in Betrieb ist die neue Bahn nach Oberlech. 15 Millionen Euro wurden investiert. Die Pendelbahn kann 1235 Personen pro Stunde befördern. Dass sie nun in Betrieb ist, dafür bedurfte es zäher Verhandlungen mit den Grundbesitzern, skizziert Skilifte-Chef Michael Manhart. Auch zeitlich war die Situation angespannt. Zuerst musste die alte Bahn abgetragen werden, der Bau und die Montage erfolgten nebeneinander. Begleitet wurde die Baustelle von Wassereinbrüchen in der Talstation und einschränkender Bauzeitenverordnung im Ortsgebiet. „Wir Lecher müssen uns zwar behindern lassen, aber lassen uns niemals aufhalten“, betont Manhart. Jetzt, wo die Bahn in Betrieb ist, könne er nun beruhigt in Pension gehen.

Beruhigt sind auch die Hotels vor Ort. Pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen sind die Zimmer sehr gut gebucht, betont Tourismusdirektor Hermann Fercher im VN-Gespräch. Von Weihnachten bis Dreikönig ist die Buchungslage sicher, ungeachtet der Schneesituation. Denn die Gäste kämen in dieser Zeit nicht nur wegen des Skifahrens, sondern frönen vermehrt auch anderen Aktivitäten. Aber danach hänge alles von Frau Holle ab. Zwischen Dreikönig und dem Weißen Ring am 21. Jänner liege man aktuell bei einer Auslastung von 50 Prozent.

Hotels gut gebucht

Die Hotels und Geschäfte haben heuer, neben den Seilbahnen, ebenfalls kräftig investiert. So standen unter anderem beim Almhof Schneider sowie beim Hotel Sonnenburg große Zu- und Umbauten an. Weiters ließ sich Strolz seinen edlen, 1000 Quadratmeter großen Skiverleih fünf Millionen Euro kosten. Insgesamt wurden heuer am Arlberg rund 120 Millionen Euro investiert, so viel wie in den letzten 30 Jahren nicht.

Und auch für ein ehemaliges „Sorgenkind“ gibt es ein Happyend. Denn heute eröffnet das Hotel Severin*s im Lecher Ortsteil Stubenbach. Dass das Haus überhaupt seine Türen öffnet, daran war anfangs nicht zu denken. Denn vom Konkursantrag der Blumenberg Anstalt, die das ursprünglich geplante Hotel Blumenhaus betrieb, Anfang Oktober, bis zum Kauf durch den deutschen Hotelier und Investor Kurt Zech verging nur ein Monat. Und danach blieb genau noch ein Monat, um die Baustelle fertigzustellen und Personal zu suchen. Direktor Christoph Dittmer (38), der zuvor bereits die Eröffnung des ersten Severin*s-Hotels auf Sylt begleitete, hat mit seinem Team die sportliche Herausforderung angenommen und auch erfolgreich gemeistert, wie der VN-Lokalaugenschein zeigt.

Ursprünglicher Entwurf

Die neun Suiten und das über 400 Quadratmeter große Appartement mit vier Schlafzimmern und Privatkino stehen bereit. Am ursprünglichen Entwurf der Innenarchitekten wurde kaum etwas geändert. Nicht nur, dass dafür keine Zeit gewesen wäre, aber das Design war auch für Neubesitzer Kurt Zech sehr stimmig. Altes Tiroler Holz korrespondiert mit edlen italienischen Designer-Möbeln, moderner Kunst und neuester Technik. Einzig auf den ursprünglich vorgesehenen zweiten Fitnessraum mit Höhensimulator wurde zugunsten eines Ruheraumes verzichtet und das Restaurant, das unter der kulinarischen Ägide von Stefan Kriegelstein steht, so eingerichtet, dass auch für Gäste von außen Platz zur Verfügung steht.

Namensänderung wichtig

Eine der größten Herausforderungen war es, das Luxushotel komplett einzurichten. Bettwäsche oder Geschirr – alles musste erst noch bestellt werden. Und weil die handgenähte Bettwäsche acht Wochen Lieferzeit hat, half man sich leihweise mit jener aus dem Sylter Hotel. Gut also, wenn man auf Bestehendes zurückgreifen kann. Sehr wichtig, so Christoph Dittmer, sei die Namensänderung von Blumenhaus zu Severin*s gewesen. Nur so könne man einen Neuanfang symbolisieren. Eine Party zur Eröffnung gibt es aber nicht, eher ein „Soft-opening“. Die ersten Gäste sind bereits angereist. Sie kommen aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Großbritannien. Anfragen gibt es auch aus Russland und den USA. Nun wolle man langsam voll werden, sagt Dittmer.

Das 5-Sterne-Superior-Hotel soll als Ganzjahresbetrieb geführt werden. 890 Euro pro Person und Tag kostet die Suite zur Hochsaison, das Appartement 20.000 Euro. Damit sind die Preise doch etwas „moderater“ ausgefallen, als von den damaligen Blumenhaus-Betreibern ursprünglich geplant.

Die Namensänderung war für den Neuanfang sehr wichtig.

Christoph Dittmer
Großinvestitionen: Die neue Bergbahn Oberlech, das Hotel Severin's in Stubenbach, der neue Strolz Skiverleih.
Großinvestitionen: Die neue Bergbahn Oberlech, das Hotel Severin’s in Stubenbach, der neue Strolz Skiverleih.