Baustart für Bildsteiner Kirche

Vorarlberg / 21.12.2016 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So soll die Bildsteiner Wallfahrtskirche in einem Jahr aussehen. Die Bauarbeiten beginnen bald. computerbild: Lenz
So soll die Bildsteiner Wallfahrtskirche in einem Jahr aussehen. Die Bauarbeiten beginnen bald. computerbild: Lenz

Am 9. Jänner im neuen Jahr geht es mit der Umgestaltung des Innenraumes los.

Bildstein.  Es war eine schwere Geburt, ehe feststand, wie und in welchem Ausmaß das Innere der Wallfahrtskirche umgestaltet werden sollte. Eine Bürgerinitiative, die 700 Unterschriften gegen die ursprünglichen Pläne sammelte, brachte das Projekt zwischenzeitlich zum Erliegen.

Nach einer mehrmonatigen Nachdenkpause über den Sommer bis in den Herbst gab die Diözese Feldkirch einen Kompromiss-Entwurf zur Umsetzung frei. Den Forderungen der Kritiker wurde zum Teil nachgegeben. Vor allem die ursprünglich geplante Entfernung der aus Vandans geliehenen Altäre wurde zurückgenommen. Andere Elemente der geplanten Neugestaltung, wie etwa der Einbau eines schwarzen Marmorbodens samt Bodenheizung, blieben.

Pfarrer, Bischof Benno Elbs und auch die Verantwortlichen für den vorliegenden Entwurf sprechen von einem gelungenen Kompromiss, die Kritiker ­sehen das freilich bis heute anders – auch wenn
ihr Protest leiser geworden ist.

Alles ausräumen

Der Planung folgt nun unmittelbar nach den Weihnachtsferien die Umsetzung. „Es wird ab dem 9. Jänner damit begonnen, die Kirche auszuräumen und für die anstehende Renovierung und Umgestaltung bereit zu machen“, gibt Pfarrer Paul Burtscher (62) gegenüber den VN bekannt. Ab diesem Zeitpunkt stehe die Kirche für Gottesdienste und andere Feiern nicht mehr zur Verfügung.

Auch für das Ausräumen der Kirche sind laut Burtscher bereits Spezialisten notwendig. „Man denke nur an die Altäre. Die muss man sehr sorgfältig abbauen, um sie dann anschließend in das Depot zu bringen, wo sie bis zur Wiederaufstellung gelagert bleiben“, erklärt der Bildsteiner Pfarrer. Erst wenn die Kirche bis auf die Orgel vollständig ausgeräumt ist, können die eigentlichen Bauarbeiten beginnen.

Kritik bleibt aufrecht

Der Bildsteiner Kirche, so wie sie derzeit noch ist, aber bald gewesen sein wird, trauern die Kritiker der Neugestaltung jetzt bereits nach. „Auch wenn wir uns damit abgefunden und unsere Aktivitäten eingestellt haben, so sind wir mit dem, was nun passiert, nicht glücklich“, erklärt Gerhard Waibel (41), Sprecher der Initiative gegen die Kirchen-Umgestaltung.

Einige der Mitstreiter würden sich überlegen, ob sie aus der Kirche austreten. „Wir bekamen Einblicke in Vorgänge bei Diözese und Land, die uns desillusioniert haben“, sagt Waibel. Er selber werde sich in der neuen Kirche wohl kaum mehr blicken lassen. Indes laufen die Bemühungen zur Finanzierung des 1,5 Millionen Euro teuren Projekts. 500.000 Euro müssen durch Spenden hereingebracht werden. Der Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch, Andreas Weber (52), zeigt sich gegenüber den VN zuversichtlich, dass dieses Geld von Freunden und Gönnern der Bildsteiner Wallfahrtskirche lukriert werden kann. „Es existieren schon einige Zusagen für Spenden“, erklärt Weber.

Die Diözese sehe sich jetzt aber nur als Begleiter des Projekts. Die Aktivitäten müssen vom Bauausschuss in der Pfarre kommen. „Und alle diese Aktivitäten müssen auch entsprechend kommuniziert werden“, betont der Finanzkämmerer. Die Restfinanzierung erfolgt durch Förderungen von Diözese und Land, Eigenmitteln der Pfarre und einem Bankdarlehen in Höhe von 300.000 Euro.

Weihnachten 2017

Fertiggestellt sollen Renovierung und Umgestaltung bis Dezember 2017 sein. „Weihnachten im kommenden Jahr soll bereits in der neuen Kirche stattfinden“, hofft der Pfarrer. Die heiligen Messen werden bis zur Wiedereröffnung im Pfarrsaal durchgeführt. Für Wallfahrten steht die nahe gelegene Erscheinungskapelle zur Verfügung.

Wir möchten Weihnachten 2017 in der neuen Kirche feiern.

Paul Burtscher