Lohnsteuer wächst stärker als Einkommen

Politik / 21.12.2016 • 22:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bruttobezüge 2015 um 2,9 Prozent gestiegen, Lohnsteuereinnahmen um 5,1 Prozent.

Wien. Die Lohnsteuerein­nahmen sind im Vorjahr stärker gestiegen als die Einkommen. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Lohnsteuerstatistik hervor. Auch im langjährigen Vergleich liegen die Steuern deutlich über der Lohnentwicklung. Seit 2000 gab es nur vier Jahre, in denen die Lohnsteuereinnahmen gesunken sind – und zwar in den  „Steuerreformjahren“ 2000, 2004, 2005 und 2009. Der heurige Rückgang wäre angesichts der jüngsten Steuerreform, die 2015 beschlossen wurde, der stärkste der vergangenen 15 Jahre. Das Finanzministerium rechnet damit, dass die Lohnsteuer 2016 um 9,1 Prozent weniger bringen wird als 2015.

Im Vorjahr sind die Bruttobezüge um 2,9 Prozent gewachsen, die Lohnsteuereinnahmen hingegen um 5,1 Prozent. In Summe flossen damit 182,5 Milliarden Euro an 6,76 Millionen Arbeitnehmer und Pensionisten. Sie zahlten davon 23,3 Milliarden Euro an die Sozialversicherung und 28,3 Milliarden Euro Lohnsteuer.

Während der Anteil der Männer und Frauen an den Lohnsteuerpflichtigen genau 50 Prozent beträgt, entfallen auf die Männer 61,4 Prozent der Bruttobezüge. Damit zahlen Männer 70 Prozent der Lohnsteuer. Ihr Anteil geht allerdings seit Jahren leicht zurück.

Außerdem zeigen die Daten eine leichte Verschiebung hin zu den höheren Einkommen seit 2009: Die Zahl der Personen mit Bruttobezügen von 70.000 Euro und mehr ist von 2009 bis 2015 zwar nur um 1,2 Prozent gestiegen, ihr Anteil an den Gesamtbezügen aber um 3,2 Prozent. Knapp fünf Prozent der Gutverdiener verdienen damit 19 Prozent der Löhne. Das ging zulasten der mittleren Einkommensbezieher (20.000 bis 70.000 Euro). Sie sind seit 2009 zwar um 3,6 Prozent mehr geworden, ihr Anteil an den Gesamtbezügen ist aber nur um 0,8 Prozent gestiegen.